Europa Schluss: Freundlich - Rohstoffsektor, Konjunkturhoffnung: PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die europäischen Aktienmärkte sind nach einem starken Vortag auch am Donnerstag mit Kursgewinnen aus dem Handel gegangen. Börsianer hatten am Mittag noch von einer kleinen Atempause gesprochen, doch nach der Eröffnung der US-Börsen konnten auch die europäischen Indizes nach gut aufgenommenen Daten vom US-Arbeitsmarkt noch einmal etwas zulegen. Der EuroStoxx 50  gewann 0,30 Prozent auf 2.478,15 Punkte. Der Leitindex der Eurozone legte damit den dritten Handelstag in Folge zu. Der Cac 40  in Paris stieg um 0,27 Prozent auf 3.376,66 Punkte, der Londoner FTSE 100  lag noch mit 0,09 Prozent im Plus bei 5.796,07 Punkten.
Vergrößern Europa Schluss: Freundlich - Rohstoffsektor, Konjunkturhoffnung | Bild: © ad-hoc-news

Die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren zwar nur etwas stärker zurückgegangen als von Analysten erwartet, konnten jedoch in Europa die Hoffnung stützen, dass der Arbeitsmarkt der weltgrößten Volkswirtschaft sich weiter bessere. Der Rohstoffsektor zeigte sich europaweit als stärkste Branche. Befeuert von angekündigten Fusionsgesprächen zwischen dem Minenbetreiber Xstrata und dem Rohstoffhändler Glencore legte der Sektorindex Stoxx Europe 600 Basis Materials um 2,65 Prozent zu. Auch die beiden Einzeltitel profitierten: Xstrata-Titel sprangen in London um 9,92 Prozent hoch, Glencore-Papiere gewannen 6,94 Prozent. Eine Aktienstrategin in London sagte, die derzeit starken Unternehmensbilanzen und die vorhandene Liquidität könnten bei attraktiver Bewertung zu einer Welle von Zukäufen und Fusionen führen.

Auch der Bankensektor lag mit einem Kursplus von 1,05 Prozent gut in der Branchenwertung. Dazu trugen auch die Aktien der spanischen Großbank BBVA bei: Zwar hatte das Institut 2011 wegen der Abschreibung auf das US-Geschäft und der Probleme am spanischen Immobilienmarkt wie erwartet weniger verdient. Das Institut betonte aber erneut, die von der Europäischen Bankenaufsicht EBA festgestellte Kapitallücke aus eigener Kraft schließen zu können. Die Aktien gewannen 2,31 Prozent.

Die Konsumgüterindustrie war der europaweit der schwächste Sektor. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Food & Beverage gab 1,27 Prozent ab. Belastet hatten unter anderem die schwachen Zahlen von Unilever : Der Konsumgüterkonzern hatte im Schlussquartal die Markterwartungen verfehlt und stellte auch für 2012 ein schwieriges Geschäftsumfeld in Aussicht. Die in Amsterdam gehandelten Papiere rutschten um 4,29 Prozent ab.

Auch der Pharma- und Gesundheitssektor musste mit 0,35 Prozent einen Kursabschlag hinnehmen. Der Pharmakonzern AstraZeneca hatte nach der Bekanntgabe aktueller Geschäftszahlen und von Umstrukturierungen Kursverluste von 3,41 Prozent verzeichnet.

Anteile des Ölkonzerns Shell verloren nach Zahlen 1,23 Prozent. Im Gesamtjahr hatte wegen höherer Ölpreise zwar erneut ein Milliardengewinn zu Buche gestanden, im Schlussquartal hatte das Unternehmen jedoch mit geringerer Förderung sowie sinkenden Margen zu kämpfen. Das Nettoergebnis war im Quartal um vier Prozent auf 6,5 Milliarden US-Dollar gefallen, im Gesamtjahr hatte der niederländisch-britsiche Ölmulti jedoch mit 30,9 Milliarden Dollar 54 Prozent mehr verdient.