Euro-Rettungsschirm bereit für die Italien-Hilfe: Der Euro-Rettungsfonds EFSF dringt auf ein schnelles Ende der Krise in Italien. Dem Land laufe die Zeit davon, um die Märkte zu beruhigen, warnte EFSF-Chef Klaus Regling. 'Das Land braucht so schnell wie möglich eine funktionsfähige Regierung', sagte er im Gespräch mit mehreren europäischen Zeitungen (Freitagausgaben).
Vergrößern Euro-Rettungsschirm bereit für die Italien-Hilfe | Bild: © dapd

Berlin (dapd).

Der Fonds stehe aber bereit, um Italien bei einem entsprechenden Antrag an die Euro-Gruppe zu helfen, sagte Regling. 'Wenn ein Land kommt und sagt, es braucht sofort Hilfe, dann sind wir bereit', fügte Regling hinzu. Derzeit verfüge der EFSF noch über Kreditkapazitäten in Höhe von 250 bis 300 Milliarden Euro. Alle Hilfen seien aber an Spar- und Reformauflagen gebunden.

Der Rettungsschirm soll Regling zufolge noch vor Jahresende finanziell aufgerüstet werden. Der Fonds werde sich im Dezember durch den Verkauf neuer, kurzfristig laufender Anleihen für Notfälle wappnen.

Regling sagte, die jüngsten Unruhen auf den europäischen Märkten hätten es schwierig gemacht, die Feuerkraft des Euro-Rettungsschirms auf die erhoffte eine Billion Euro zu erhöhen. Der Plan, mögliche Verluste bei Staatsanleihen abzusichern und so wieder Investoren anzulocken, werde nun möglicherweise mehr Ressourcen des Rettungsschirms benötigen. Die politischen Unruhen der vergangenen zehn Tage führten zu einer Reduzierung des Potenzials des Hebels, sagte Regling.

Nach Überzeugung von Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman wird die Europäische Zentralbank (EZB) Italien um jeden Preis vor einem Schuldenschnitt bewahren. Es sei sehr wahrscheinlich, dass die EZB massenhaft italienische Anleihen aufkaufen werde, weil es andernfalls zu einem Sturm auf die italienischen Banken komme, sagte Krugman dem 'Handelsblatt' (Freitagausgabe).

'Am Ende wird die EZB in den Abgrund blicken und sagen: 'Vergessen wir alle Regeln, wir müssen die Anleihen kaufen. Der Ansturm auf Italien muss gestoppt werden. Sonst scheitert das ganze Euro-Projekt.' Die politischen Folgen eines Scheiterns wären enorm', sagte der US-Ökonom.

dapd