DJ XETRA-SCHLUSS/Etwas leichter - DAX geht die Puste aus FRANKFURT (Dow Jones) Nach einer Rally von fast 500 Punkten in den vergangenen neun Sitzungen hat der DAX am Dienstag konsolidiert. Am Ende des Xetra-Handels stand für den Index ein Minus von 0,5% oder 26 Punkten auf 5.778 zu Buche. "Nach den Abgaben zur Eröffnung scheiterte der DAX am Sprung zurück in positives Terrain. Anschließend überwogen dann Gewinnmitnahmen etwas die Kaufbereitschaft", sagte ein Händler. Die Umsätze gingen im Vergleich zum Montag um rund ein Fünftel zurück. Auf dem Handelssystem Xetra wurden insgesamt 85,4 Mio DAX-30-Aktien gehandelt im Volumen von 2,44 Mrd EUR. Am Montag waren es 107,2 Mio Aktien im Wert von 3,09 Mrd EUR. Am Nachmittag sorgte die Industrieproduktion in den USA für Zurückhaltung. Diese ist im Oktober um 0,1% gestiegen im Vergleich zum September. Volkswirte hatten im Konsens mit einem Plus von 0,3% gerechnet. An Wall Street gerieten daraufhin konjunkturabhängige Aktien unter Druck. Am deutschen Markt reagierten Investoren analog dazu mit Verkäufen beispielsweise von Siemens und Continental. Der Euro verlor im Verlauf des Tages zum Dollar kräftig an Boden. Er rutschte vom Tageshoch bei 1,50 USD im Tagestief um nahezu 2 US-Cent auf 1,4825 USD ab. "Angesichts dieser hohen Kursverluste des Euro haben sich die Aktien sogar gut geschlagen", meinte ein Händler. Denn in den zurückliegenden Monaten sei ein schwacher Euro stets mit Verkäufen an den Aktienmärkten einhergegangen. Diese Korrelation habe sich offensichtlich abgeschwächt. Technisch unterstützt ist der DAX laut HSBC Trinkaus beim seit März gültigen Aufwärtstrend bei 5.764 Punkten. Das Jahreshoch vom 20. Oktober bei 5.888 Punkten sei der "einzige noch verbliebene Widerstand auf dem Weg in Richtung der psychologischen Marke von 6.000 Punkten". Größter Gewinner im DAX waren K+S mit einem Plus von 4,5% auf 40,14 EUR. Dazu kursierte das Gerücht, der US-Investor Warren Buffett könne einen Anteil an dem Düngemittelhersteller aufbauen. Händler hielten das Gerücht jedoch für konstruiert, Buffett sei in dieser Branche bislang nicht investiert. K+S wollte zum Gerücht keine Stellung beziehen. Zu den Verlierern zählten Merck KGaA mit einem Abschlag von 1,8% auf 65,56 EUR. Morgan Stanley hält die Erwartungen an die Präparate "Erbitux" und "Mylinax" von Merck für überzogen und hat daher die Aktie auf "Untergewichten" von "Gleichgewichten" gesenkt. Die Lufthansa will stärker als bisher in den Wettbewerb mit Billigfliegern einsteigen und Marktanteile zurückgewinnen. Gleichzeitig sieht das Unternehmen wenig Chancen, die Ticketpreise in den nächsten Jahren nachhaltig zu steigern. Lufthansa-Aktien büßten 2,1% auf 11,08 EUR ein. Am Nachmittag gab der Kurs von ThyssenKrupp nach, als die Ratingagentur Standard & Poor's das Rating des Unternehmens auf "BB+/B" und somit auf Subinvestment-Grade abstufte. Kurz vor Handelsschluss ließ der Konzern wissen, die Folgen der Abstufung seien begrenzt, man verfüge über ausreichend Liquidität. Die Aktie konnte sich etwas erholen und schloss 0,5% schwächer bei 24,78 EUR. Henkel-Aktien stiegen am Mittag auf 33,38 EUR, den höchsten Stand seit 22 Monaten. Anschließend nahmen Anleger jedoch Gewinne mit, die Papiere schlossen wenig verändert bei 32,90 EUR. BMW gaben im Fahrwasser europaweit schwacher Automobilaktien um 2,1% auf 33,88 EUR nach. Daimler gaben um 1,1% nach. In Paris fielen Renault um 2,2% und Peugeot um 1,8% ab. Im MDAX sind Stada bereits seit Wochen gesucht, die Aktie markierte bei 24,20 EUR ein neues Jahreshoch. Die SEB Bank hat das Kursziel für Stada auf 25 von 19 EUR erhöht und rät weiter zum Kaufen. Stada legten um 5,6% auf 23,96 EUR zu. Im TecDAX zogen Smartrac um 6,3% auf 16,50 EUR an. Das Unternehmen platzierte am Montag rund 1,35 Mio neue Aktien bei institutionellen Anlegern in Deutschland und Europa. Dies werteten die Analysten von Sal. Oppenheim als positiv für die künftige Expansion von Smartrac, sie bestätigten die Aktie mit "Kaufen". Goldman Sachs hat die Kaufempfehlung für die Aktien des Solar-Zulieferers Roth & Rau bestätigt. Die Aktien schlossen um 4,3% höher bei 24,56 EUR. -Von Benjamin Krieger, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 219, benjamin.krieger@dowjones.com DJG/bek/cln Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de
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