Ermittlungspanne - «Phantom»-Fall: Angeblich schon im Sommer 2008 Hinweise zu Tupfern: Fehler trat auch in den USA auf Die Ermittlungspanne um das «Phantom von Heilbronn» reicht angeblich weiter zurück als bislang angenommen. Das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg sei bereits im Sommer 2008 in einem internen Vorgang von Ermittlern darauf hingewiesen worden, dass es die angebliche Polizistenmörderin nicht gebe, berichtete das Internetportal «stern.de» am Freitag.
Vergrößern Ermittlungspanne - «Phantom»-Fall: Angeblich schon im Sommer 2008 Hinweise zu Tupfern | Bild: ©

Die Ermittlungspanne um das «Phantom von Heilbronn» reicht angeblich weiter zurück als bislang angenommen. Das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg sei bereits im Sommer 2008 in einem internen Vorgang von Ermittlern darauf hingewiesen worden, dass es die angebliche Polizistenmörderin nicht gebe, sondern verunreinigte Spurentupfer ein realistischer Grund für die häufig aufgefundene DNA-Spur des «Phantoms» sein könnten, berichtete das Internetportal «stern.de» am Freitag. Das Innenministerium in Stuttgart habe vom LKA einen ausführlichen Bericht zu diesem Vorgang angefordert.

Die Ermittlungspanne um kontaminierte Wattestäbchen war Ende März 2009 bekanntgeworden. Die LKA-Spitze und Landes-Innenminister Heribert Rech (CDU) haben laut «stern.de» wiederholt behauptet, dass sich erst am 18. März 2009 erstmals greifbare Anhaltspunkte für eine Verunreinigung der Spurentupfer ergeben hätten. Rech habe dies jüngst auch in seiner Antwort auf eine Anfrage der Landtags-Grünen erklärt.

Nach Informationen von «stern.de» hatte jedoch eine Inspektion des LKA schon im Sommer 2008 das Kriminaltechnische Institut des LKA schriftlich auf die Einschätzung erfahrener baden-württembergischer Ermittler hingewiesen, wonach die verwendeten Spurentupfer schon vorher mit genetischem Material kontaminiert gewesen sein könnten. Die LKA-Inspektion habe dabei auch auf einen Medienbericht aus den USA verwiesen, in dem ähnliche Fehler bei Ermittlungen thematisiert worden seien. Sie sei von der Führung des LKA-Instituts jedoch «abgebügelt» worden, will «stern.de» aus Ermittlerkreisen erfahren haben.

Hamburg/Heilbronn (ddp-bwb)