Grundlage sei die Strafanzeige eines mutmaßlichen Opfers, die bei der Staatsanwaltschaft Freiburg eingegangen sei. Die Person soll in den 60er Jahren von einem Pater im Kloster Birnau im Erzbistum Freiburg missbraucht worden sein.

Das betroffene Priorat Birnau gehört zur Gebietsprälatur der Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau bei Bregenz. Der Abt der Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau, Anselm van der Linde, nahm Zollitsch am Donnerstag in Schutz. Er habe «mit großem Bedauern» erfahren, dass Zollitsch «plötzlich und völlig grundlos mit sexuellem Missbrauch, den ein Mitglied unseres Ordens vor rund 30 Jahren begangen hat, in Verbindung gebracht wird», teilte er mit.

Abt Anselm, der seit einem Jahr im Amt ist, betonte, Zollitsch habe mit Entscheidungen und Vorgängen im Priorat Birnau «sicher» nichts zu tun gehabt. Die Gemeinschaft der Zisterzienser sei außerdem ein Orden päpstlichen Rechts und unterstehe damit nicht dem jeweiligen Bischof vor Ort, sondern dem Papst in Rom.

Der Freiburger Oberstaatsanwalt Wolfgang Maier teilte «Report Mainz» mit: «Der Vorwurf des Anzeigeerstatters geht dahin, dass der Erzdiözese Freiburg bekannt gewesen sei, dass es in früherer Zeit zu sexuellen Übergriffen durch einen Pater gekommen sei. Dr. Zollitsch habe als damals zuständiger Personalreferent der Erzdiözese Freiburg im Jahr 1987 gleichwohl die erneute Anstellung des Paters in der Kirchengemeinde Birnau am Bodensee veranlasst.»

Das Erzbistum entgegnete in seiner Stellungnahme, der nun verbreitete Verdacht eines strafbaren Verhaltens von Zollitsch entbehre «jeder Grundlage». Die Vorwürfe gegen Zollitsch seien falsch, weil der Missbrauchsfall der Erzdiözese erst seit Ende 2006 bekannt gewesen sei. Zudem habe Zollitsch als damals zuständiger Personalreferent der Erzdiözese keinesfalls 1987 eine erneute Anstellung dieses Paters in Birnau veranlasst.

Der Strafantrag sei außerdem nicht nur der Staatsanwaltschaft, sondern auch Journalisten zugeleitet worden - «in der erkennbaren Absicht, mit dem sensationsheischend formulierten Vorwurf der 'Beihilfe zum sexuellen Missbrauch' gegen einen Erzbischof Medieninteresse zu provozieren». Die Erzdiözese Freiburg habe bereits Ende 2006, also unverzüglich nach dem Bekanntwerden eines Falls von sexuellem Missbrauch aus den 60er Jahren in Birnau, den dort zuständigen Zisterzienserorden informiert.

(Quellen: alle in Mitteilungen)

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