Ermittlungen gegen früheren HRE-Aufsichtsratschef beendet: Die Staatsanwaltschaft München hat ihre Ermittlungen gegen den ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden der mittlerweile verstaatlichten Krisenbank Hypo Real Estate (HRE), Kurt Viermetz, eingestellt. Die weiteren Verfahren und Ermittlungen würden allerdings fortgeführt, sagte eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde dem Bayerischen Rundfunk.
Vergrößern Ermittlungen gegen früheren HRE-Aufsichtsratschef beendet | Bild: © ddp

Die Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen Viermetz habe keine Auswirkung auf diese Verfahren.

Ein Anwalt eines früheren Vorstandsmitgliedes, der wie seine Kollegen gegen die später ausgesprochene fristlose Kündigung durch die Bank klagt, bezeichnete die Einstellung im BR als «wichtigen Schritt in die richtige Richtung».

Die Ermittlungen gegen die früheren Verantwortlichen der Krisenbank laufen seit geraumer Zeit. Im Dezember 2009 hatten 15 Staatsanwälte sowie 65 Beamte Büros und Privaträume der ehemaligen Vorstände und des ehemaligen Aufsichtsratschefs durchsucht. Aktionärsschützer werfen vor allem dem früheren Vorstandsvorsitzenden Georg Funke vor, für den drastischen Kursverlust der HRE-Aktie verantwortlich zu sein. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz stellte Strafanzeige wegen des Verdachts des Betrugs und der fehlerhaften Kapitalmarktinformation.

Nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 geriet der Immobilien- und Staatsfinanzierer HRE in massive Schwierigkeiten und konnte nur mit staatlichen Hilfen in Höhe von rund 100 Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch bewahrt werden.

ddp