Ermittlungen gegen Boxer Sebastian Zbik wegen Körperverletzung: Erneut beschäftigt ein Profiboxer aus Mecklenburg-Vorpommern die Justiz. Gegen den WBC-Weltmeister im Mittelgewicht, Sebastian Zbik, werde wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt, sagte Gerd Zeisler von der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft am Dienstag.
Vergrößern Ermittlungen gegen Boxer Sebastian Zbik wegen Körperverletzung | Bild: ©

Der 28-Jährige soll am Freitagabend bei einem Streit auf einer Familienfeier in Schmiedenfelde (Landkreis Demmin) Familienangehörige geschlagen haben. Zbiks Rechtsanwalt Peter-Michael Diestel wies die Vorwürfe gegen seinen Mandanten zurück.

Die Polizei war nach eigenen Angaben am Freitag mit fünf Funkwagen-Besatzungen am Ort des Geschehens, um die Auseinandersetzung zwischen den Familienmitgliedern zu beenden. In der Familie des gebürtigen Neubrandenburger Zbik soll es bereits seit Jahren Streitigkeiten gegeben haben, die am 80. Geburtstag der Großmutter schließlich eskaliert seien, sagte Oberstaatsanwalt Zeisler. «Es kam zunächst zu verbalen Auseinandersetzungen, mit denen Herr Zbik anfangs nichts zu tun hatte», sagte der Oberstaatsanwalt weiter. Schließlich sei der Streit handgreiflich geworden.

In diesem Zusammenhang soll Zbik laut Zeisler schließlich seine Schwester und seinen Schwager geschlagen haben. Ein Familienmitglied habe Anzeige gegen den Boxer erstattet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde jedoch keiner der Beteiligten ernsthaft verletzt.

Zbiks Rechtsanwalt kündigte an, gegen die gegen seinen Mandanten erhobenen Vorwürfe vorzugehen. «Sebastian Zbik ist ein ordentlicher, intelligenter Sportler, der sich an solchen Geschichten nicht beteiligt und es auch in diesem Fall nicht getan hat», sagte Diestel. Der Anwalt zeigte sich überzeugt, dass dies auch die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ergeben würden.

Die Auseinandersetzungen innerhalb der Familie sind auch dem Rechtsanwalt bekannt. «Ich habe die Familie Zbik bereits in mehreren familiären Rechtsstreitigkeiten vertreten. Es ist denkbar, dass diese bei der besagten Angelegenheit eine Rolle spielen», ergänzte Diestel.

Der Hamburger Boxstall Universum, bei dem der Profiboxer unter Vertrag steht, wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. «Das ist Sebastians Privatsache», sagte ein Sprecher.

Zuletzt hatte bereits der 31-jährige Schweriner Profiboxer Jürgen Brähmer für Schlagzeilen gesorgt. Der mehrfach einschlägig vorbestrafte WBO-Weltmeister im Halbschwergewicht wurde im Januar 2010 wegen zweifacher Körperverletzung und Beleidigung zu einer Haftstrafe von einem Jahr und vier Monaten ohne Bewährung verurteilt.

Neubrandenburg (ddp-nrd)