Ermittler prüfen neue Vorwürfe in Affäre um Leipziger Wasserwerke: Die Generalstaatsanwaltschaft prüft neue Vorwürfe im Korruptionsskandal um die Leipziger Wasserwerke. Zum einen gehe es um 900 000 Euro Bestechungsgelder, die bereits 2005 an den damaligen Geschäftsführer, Klaus Heininger, gezahlt worden sein sollen, sagte eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft auf ddp-Anfrage am Montag in Dresden. Zudem gehe es um eine Spende in Höhe von 50 000 bis 100 000 Euro, die für den Fußballclub FC Sachsen bestimmt gewesen sei. Ob das Geld dort angekommen sei, werde noch geprüft.
Vergrößern Ermittler prüfen neue Vorwürfe in Affäre um Leipziger Wasserwerke | Bild: © ad-hoc-news

«Die Vorwürfe stehen im Raum, die Ermittlungen laufen», sagte die Sprecherin. Zugleich verwies sie darauf, dass es widersprüchliche Aussagen der Beschuldigten und auch widersprüchliche Anhaltspunkte gebe. Mit Blick auf den Strafprozess und ein Geständnis von Heininger gebe es «Verständigungsbemühungen», aber noch keine Festlegungen auf ein konkretes Strafmaß, sagte sie.

Das Nachrichtenmagazin «Focus» hatte am Sonntag unter Bezug auf ein Geständnis eines Managers der Schweizer Firma Value Partners berichtet, dass der Finanzskandal bis in die Leipziger Stadtverwaltung reiche. Dies konnte die Sprecherin nicht bestätigen. Leipzigs Ex-Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) seien nicht involviert.

Die Wasserwerke hatten am 8. Januar ihre damaligen Geschäftsführer Klaus Heininger und Andreas Schirmer fristlos entlassen. Beide sollen ohne Zustimmung der Gremien hoch spekulative Versicherungsgeschäfte eingegangen sein, um sogenannte Cross-Border-Leasing-Geschäfte der Wasserwerke aus den vergangenen Jahren abzusichern. Das Risiko der Transaktionen soll sich auf 290 Millionen Euro belaufen, die im Ernstfall die Stadt tragen müsste.

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