ElringKlinger schraubt Jahresziele weiter nach oben: DETTINGEN/ERMS (dpa-AFX) - Der Automobilzulieferer ElringKlinger  hat nach einem erfolgreichen dritten Quartal seine Ziele für das laufende Jahr abermals angehoben. Im Zeitraum zwischen Juli und September legten Umsatz und Ergebnis im Vergleich zum krisenbedingt schwachen Vorjahreszeitraum deutlich zu, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.
Vergrößern ElringKlinger schraubt Jahresziele weiter nach oben | Bild: © dpa

An der Börse starteten die Papiere mit einem kräftigen Plus in den Handel. Mehrere Marktteilnehmer bezeichneten die Resultate als besser als erwartet. Ein Börsianer lobte vor allem die Umsatzentwicklung.

UMSATZ STEIGT UM EIN DRITTEL

Im dritten Quartal stiegen die Erlöse dank der weltweit anziehenden Fahrzeugproduktion um ein gutes Drittel auf 202,5 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte von gut 20 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf fast 32 Millionen Euro. Unterm Strich verdiente der Hersteller von Zylinderkopf- und Spezialdichtungen sowie Abschirmteilen 19,7 Millionen Euro.

Überdurchschnittlich wuchs das Geschäft den Angaben zufolge in China und Brasilien sowie auf dem sich erholenden US-Markt. Mittlerweile erwirtschaftet die im MDax gelistete Gesellschaft fast 71 Prozent der Erlöse im Ausland. Auch das margenstärkere Nutzfahrzeuggeschäft legte im dritten Quartal weiter zu, hieß es. Dabei blieb es aber nach wie vor deutlich unter dem Vorkrisenniveau.

NEUES REKORDJAHR

Das in Dettingen/Erms ansässige Unternehmen erwartet 2010 nun einen Umsatz von 745 bis 755 Millionen Euro. Damit steuert ElringKlinger auf einen Rekord zu. Im Vorjahr hatte ElringKlinger wegen der heftigen Produktionsdrosselungen der Automobilhersteller einen Umsatzrückgang um knapp zwölf Prozent auf 579 Millionen Euro verzeichnet. Das EBIT soll 2010 auf 105 bis 110 Millionen Euro wachsen. Bislang hatte das auf Dichtungen, Hitzeschilde und Kunststoffteile spezialisierte Unternehmen 90 bis 95 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Die Jahresprognose bezieht die jüngst zugekaufte Dichtungssparte der Freudenberg-Gruppe nicht mit ein. Das übernommene Geschäft wird erst ab dem nächsten Jahr in die Bilanz einbezogen. 2011 soll der Zukauf knapp 50 Millionen zum Konzernumsatz beitragen. Bis 2012 sollen die von der Freudenberg-Gruppe übernommenen Gesellschaften genauso profitabel sein wie die gesamte ElringKlinger-Gruppe.

WEITERES WACHSTUM

Im nächsten Jahr erwartet das Unternehmen eine weitere Steigerung der weltweiten Produktion von Personenwagen um zwei bis drei Prozent, die vor allem von der Nachfrage aus Asien und Südamerika getrieben werde. Daher sollen auch die Produktionskapazitäten in China weiter ausgebaut werden. In Deutschland wird in ein Logistikzentrum sowie ein neues Werk eine neue Produktionsanlage für Kunststoffgehäuse am Stammsitz investiert.

Für die nächsten Jahre peilt das Unternehmen ein jährliches organisches Umsatzwachstum von mindestens fünf bis sieben Prozent an. Das Ergebnis soll mindestens in gleichem Maße steigen. Zudem kündigte ElringKlinger an, sich auch weiter nach Zukäufen umzusehen.

Um sich breiter aufzustellen, hat der Automobilzulieferer den Geschäftsbereichs "E-Mobility" gegründet. Dieser soll künftig Komponenten für Batterien und Brennstoffzellen anbieten. Konzernchef Stefan Wolf will das Unternehmen damit unabhängiger davon machen, welche Antriebsarten - ob Verbrennungsmotoren, Hybride oder Elektroautos - sich durchsetzen. Frisches Geld für den Ausbau und weitere Akquisitionen hat sich das Unternehmen Anfang Oktober mittels einer Kapitalerhöhung besorgt.