Berlin/Offenbach (dapd). Flüsse, Kanäle und Küstengewässer frieren immer weiter zu.
Seit Mittwoch fahren auf dem Mittellandkanal, der Elbe und den Dortmund-Ems-Kanal verbindet, keine Schiffe mehr. Auf Main und Donau ist die Schifffahrt stark eingeschränkt, der Main-Donau-Kanal bleibt weiterhin gesperrt.
Auch in Nord- und Ostsee treiben massenhaft Eisschollen herum. Die Nordseeinsel Spiekeroog muss zum zweiten Mal in ihrer Geschichte aus der Luft versorgt werden. Viele Urlauber sitzen dort fest. Vom ostfriesischen Neuharlingersiel wurde am Mittwoch eine Luftbrücke gestartet. Per Hubschrauber wurden Passagiere und Frachtgut hin- und hergeflogen. Per Flugzeug ist Spiekeroog nicht zu erreichen, weil es als einzige der sieben ostfriesischen Inseln keinen Flugplatz hat.
Auch in der Ostsee ist der sogenannte Eisgang erheblich. Dort geleiten seit Tagen sämtliche verfügbaren Eisbrecher die Frachter zu den Häfen.
Hamburger hoffen auf Alstereisvergnügen
Für andere hat der Frost etwas Positives: In Hamburg könnte zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder ein Alstereisvergnügen stattfinden. Am Nachmittag wollte die städtische Umweltbehörde ihre Entscheidung dazu bekannt geben. Beim bisher letzten offiziellen Alstereisvergnügen 1997 standen rund 150 Buden auf dem zugefrorenen innerstädtischen Gewässer - damals wurde eine Eisdicke von 30 Zentimetern gemessen. Nötig für eine Freigabe sind mindestens 20 Zentimeter 'blasenfreies Eis', wie ein Behördensprecher sagte.
Wenn es um Kälte geht, ist auch immer wieder von der sogenannten 'gefühlten Temperatur' die Rede. Bei starkem Wind kühlt unter anderem aufgrund des Verdunstungseffektes die Haut besonders stark aus, wie der Diplom-Meteorologe Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst erklärt. Um das auszugleichen, werde aus dem Körperinneren ständig Wärme nachgeführt, die der Hautoberfläche jedoch sofort wieder entzogen werde. So könne es auch zu Erfrierungen kommen.
dapd


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