In der ausverkauften Hamburger Color Line Arena hob sich erstmals der Vorhang für das neue Programm, für das sich als Gaststar die Sopranistin Anna Maria Kaufmann auf ungewohnt glattes Parkett begab. Die Kanadierin schnürte selbst ihre Schlittschuhe und glitt mit Mikrofon in der Hand übers Eis. Die 4000 Zuschauer - darunter Prominenz wie das Duo Right Said Fred und Ex-Eislauf-Profi Norbert Schramm - feierten die zweistündige Show am Ende mit viel Applaus.
Olympiasieger Robin Cousins kreierte mit «Tropicana» eine Reise quer durch Amerika. Von den Straßen New Yorks bis zu Beach-Clubs mit südamerikanischem Flair spannt sich der Bogen - zu Musik von Latino- Pop über Swing bis hin zu Rock'n'Roll. Legendäre Melodien von Barry Manilow wie «Copacabana» oder «Mandy» wurden für die Show neu arrangiert. Opern- und Musicalsängerin Kaufmann, die bei den jeweiligen «Tropicana»-Premieren in den Tourorten zu sehen sein wird, gab ihr Debüt bei Holiday on Ice. Die 1962 geborene Künstlerin, die schon im Duett mit Manilow sang, interpretierte drei seiner Lieder.
In rund 220 Kostüme schlüpften Solisten und Ensemble während der schwungvollen Show: In Mänteln und mit Shoppingtüten hetzten sie durch die hektischen Straßen New Yorks, im farbenfrohen Samba-Look wirbelten sie durch den «Copacabana Club». Kaufmann zeigte sich in zwei Outfits: im weißen Satinkleid und im roten Seidenchiffon-Kostüm mit Marabufedern. Zur Begeisterung der jüngsten Zuschauer der Familienshow kam zwischen südamerikanischem Flair auch noch Weihnachtsstimmung auf, als Nikoläuse und Lebkuchenmännchen über das Eis tanzten. Applaus erntete auch eine Akrobatin, die an zwei Tüchern hoch über der Eisfläche schwebte.
Für viel Aufsehen sorgte das Bühnenbild, das aus einer knapp 10 Meter hohen und 22 Meter breiten LED-Wand bestand. Mal leuchteten farbenfrohe Bilder auf, dann witzige Motive: Palmen tanzten Samba, Rosenblätter wehten zu einem Herz zusammen. Dann wieder wurde das Geschehen auf dem Eis gespiegelt. Holiday on Ice kündigte die Bühnentechnik an als «Illusionen, die die Zuschauer in eine faszinierende Traumwelt entführen, in der sie sich fragen: Was ist noch spiegelglatte Bühne, was ist Projektion?» Fragen musste man sich aber bisweilen auch: Was passiert eigentlich auf dem Eis? So sehr dominierte das Bühnenbild das Geschehen, dass man die Eisläufer mitunter aus dem Blick verlor.
Holiday on Ice tourt in jeder Saison mit zwei Shows durch Deutschland. Neben «Tropicana» wird auch die Inszenierung «Energia», die im Vorjahr erstmals aufgeführt wurde, wieder gezeigt. Insgesamt stehen bis Ende März deutschlandweit 22 Städte auf den Tourplänen. In etwa einem Monat will sich Popmusiker DJ Bobo auf das Eis begeben. Am 9. Dezember tritt er zum neuen Tourstart des Programms «Energia», das im Vorjahr erstmals gezeigt wurde, in Stuttgart auf.
In der vorigen Saison kamen mehr als 750 000 Zuschauer zu den Aufführungen. Nach Angaben des Unternehmens Stage Entertainment ist Deutschland nach wie vor wichtigster Markt für die Eisrevue. Weltweit gastiert Holiday on Ice jährlich mit rund 1100 Vorstellungen in mehr als 110 Städten in 20 Ländern.
Hamburg (dpa)































