Hamburg (dapd-nrd). 'Haji' heißt die Colamarke, das ist im arabischen Raum ein Ehrentitel für jene, die die Pilgerreise nach Mekka absolviert haben. Es wird dort aber auch als eine freundliche Anrede verwendet.
Als erste Cola überhaupt ist 'Haji' vom Europäischen Halal Zertifizierungsinstitut (EHZ) im vergangenen Jahr für halal befunden worden. Mit dem Siegel des vom Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland getragenen Verbandes ausgezeichnete Lebensmittel entsprechen den islamischen Reinheitsvorschriften, erläutert der Leiter des EHZ, Yusuf Calkara. Dafür dürfe ein Lebensmittel nicht mit Rohstoffen tierischen Ursprungs in Berührung gekommen sein, die nicht ebenfalls halal sind. Dabei sei das bei der Getränkeherstellung keineswegs unüblich. Klare Säfte etwa würden zumeist mit Gelatine geklärt. Das sei jedoch nicht kennzeichnungspflichtig.
'Bei vielen Muslimen hat sich der Halal-Gedanke bei Getränken noch nicht so durchgesetzt wie etwa beim Fleisch', sagt Cola-Erfinder Eghbal. Dabei sei doch die Vorstellung tierischer Inhaltsstoffe in einem Getränk für die allermeisten Menschen abwegig, befindet er.
Viel wichtiger als das Halal-Siegel ist Eghbal nach eigenen Angaben denn auch der gesundheitliche Aspekt. 'Unsere Cola kommt ohne Industriezucker und Phosphorsäure aus', betont er. Wegen des Verzichts auf tierische Bestandteile sei sie auch für Vegetarier geeignet.
Eine Cola nur für Muslime, wie manche Menschen unterstellten, sieht Eghbal, der als Sohn iranischer Eltern in Hamburg zur Welt kam, in seinem Produkt indes ganz und gar nicht. Dass die von Werbedesignern gestaltete Glasflasche, die entfernt an eine Lava-Lampe erinnert, auch einen persischen Schriftzug trage, solle einen da nicht täuschen. Zur Abgrenzung zwischen dem Islam und der westlichen Welt solle das Getränk nicht beitragen, sagt sein Erfinder, vielmehr 'eine Brücke zwischen Orient und Okzident' darstellen.
Die Zielgruppe der in Hessen aus Quellwasser hergestellten Cola sind laut Eghbal denn auch eher das Szenepublikum der Nachtclubs sowie die Anhänger bewusster Ernährung. Dass sein Produkt halal ist, diene eher der angestrebten internationalen Ausdehnung des Geschäfts. Denn noch ist die Cola nur in Hamburg, Berlin und in Teilen Nordrhein-Westfalens zu haben.
Doch das soll sich in den kommenden Jahren ändern. Unter den mittlerweile 92 Ländern, in denen 'Haji Cola' bereits heute als Marke geschützt sei, befänden sich auch viele arabisch-islamische Staaten. In denen, so Eghbal, sei Halal Pflicht. Um nicht die Rezeptur ändern und neue Produktionsstätten errichten zu müssen, habe er sich gleich für eine Halal-Rezeptur entschieden.
Von seinem Getränk habe er bislang etwa 100.000 Flaschen verkauft. 'Im Maßstab der großen Getränkehersteller ist das gar nichts', sagt er. Doch stehe er in Verbindung mit großen Vetriebsfirmen. Wenn dort der Einstieg gelinge, könnten die Produktions- und Verkaufszahlen sprunghaft ansteigen. So sehr er auch von seiner Cola überzeugt sei, sagt Eghbal, sei der Erfolg keineswegs garantiert. Seinen eigentlichen Beruf als Unternehmensberater hat Eghbal jedenfalls noch nicht an den Nagel gehängt.
dapd


Forum
Facebook
Twitter





















