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BERLIN - Die IG Metall verschärft vor den nächsten Warnstreiks den Ton im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie

vor 20 Minuten veröffentlicht

IG-Metall-Chef droht Arbeitgebern mit Streik. Am Montag ruft die Gewerkschaft wieder in etlichen Betrieben zu Aktionen auf, in einem Interview drohte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann auch mit einem unbefristeten Arbeitskampf. "Wir lassen uns mit dem provokanten Angebot der Arbeitgeber nicht abspeisen und antworten in den nächsten Tagen mit massiven Warnstreiks", sagte Hofmann auf einer Kundgebung zum 1. Mai in Bochum. "Gerecht ist, wenn die Beschäftigten ihren verdienten Anteil bekommen."

Zuvor hatte er bereits betont, die IG Metall sei bereit, eine härtere Gangart einzuschlagen. "Es wäre schön, wenn wir auf dem Wege des Verhandelns zeitnah zu einem Ergebnis kommen", sagte Hofmann der "Rheinischen Post" (Samstag). "Wenn die Arbeitgeber aber die Signale, die jetzt von unseren Warnstreiks ausgehen, nicht kapieren und ihr Angebot in der nächsten Runde nicht noch einmal ordentlich aufstocken, dann reden wir auch über Urabstimmung und Streik."Am Montag soll es wieder Warnstreiks geben, etwa in Brandenburg, Berlin, Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Bei Porsche in Stuttgart ist eine Kundgebung mit Betriebsratschef Uwe Hück geplant.Die Gewerkschaft will fünf Prozent mehr Geld - und sieht diese Forderung bereits als Entgegenkommen: "Wir hatten mit fünf Prozent ein Kompromiss-Signal gesetzt. Die niedrigste Forderung seit Langem. Die Arbeitgeber haben das nicht aufgegriffen", sagte Hofmann dem Blatt. Ihm zufolge reiche die Dividendensumme der vier größten Mitglieder des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall aus, um die komplette Forderung der IG Metall für alle Beschäftigten zu finanzieren. "Auch das zeigt: Wir haben eine stabile konjunkturelle Lage, volle Auftragsbücher und eine gute Ertragssituation", sagte Hofmann.Die IG Metall hatte bei der ersten großen Warnstreikwelle am Freitag bundesweit rund 110 000 Beschäftigte zu Aktionen aufgerufen. Am 11. Mai findet im Tarifbezirk Baden-Württemberg die erste Verhandlung in der dann vierten Runde der Tarifgespräche statt. Bisher haben die Arbeitgeber rückwirkend ab April Einkommensverbesserungen in zwei Stufen vorgeschlagen, die sich bei einer Laufzeit von 24 Monaten auf insgesamt 2,1 Prozent summieren. Hinzu kommt eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent über zwölf Monate. Damit gingen sie nur unwesentlich über ihr erstes Angebot hinaus. In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" nannte Hofmann das Angebot "einen Witz".Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger hat hingegen betont, die Offerte sei vorgelegt worden, "um endlich über die Strukturen einer möglichen Lösung ins Gespräch zu kommen". Eine längere Laufzeit des Tarifabschlusses verschaffe den Unternehmen Planungssicherheit. Die Forderung der IG Metall lehnen die Arbeitgeber strikt ab.