Spitzenreiter Bayern München macht sich vor dem Gastspiel bei Eintracht Frankfurt Hoffnung auf Fehltritte der Verfolger und könnte seine Spitzenposition ausbauen, falls sich das nachfolgende Quartett in direkten Duellen die Punkte gegenseitig abknöpft. «In Frankfurt müssen wir gewinnen. Dann haben wir eine kleine Chance, dass die anderen bei ihren schweren Spielen Punkte lassen», sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.
Ob die seit 19 Ligaspielen ungeschlagenen Münchner (56 Punkte) nach dem Einzug ins Champions-League-Viertelfinale gegen Manchester United ihre Spitzenposition in der Bundesliga mit einem Sieg in Frankfurt vergrößern können, hängt nicht zuletzt vom Verfolger-Quartett ab. Die Konstellation ist reizvoll: Der Dritte Bayer Leverkusen (53) muss beim Tabellen-Nachbarn Borussia Dortmund (45) bestehen, der Zweite FC Schalke 04 (54) eine nicht minder knifflige Aufgabe beim Fünften Hamburger SV (43) lösen.
Schalke-Coach Felix Magath, der als Spieler seine größten Erfolge an der Elbe feierte und aus dem Revierclub in Rekordzeit einen Titelanwärter formte, hat bei seiner Rückkehr nach Hamburg keinen Platz für Sentimentalitäten. «Ich hatte dort eine schöne Zeit. Aber das war einmal», sagte Magath, der seine Elf in einer komfortablen Lage sieht. «Wir müssen dort nicht das Spiel machen. Der HSV steht unter Druck, unbedingt gewinnen zu müssen. Sonst wird es für den Verein ganz schwer, den Anschluss nach oben zu halten.» Die Hanseaten zogen zwar ins Viertelfinale der Europa League ein, aber HSV-Coach Bruno Labbadia muss sich nach dem 2:4 in Leverkusen und dem 3:4 beim RSC Anderlecht angesichts der acht Gegentore Sorgen um seine Defensive machen.
Jürgen Klopp kürte Leverkusen vor dem Duell im Signal-Iduna-Park zum hohen Favoriten. «Von den drei Mannschaften, die oben stehen, hat Leverkusen am meisten zu bieten. Unser einziger Vorteil ist der Heimvorteil», lobte der BVB-Coach die spielerische Klasse der Elf von Jupp Heynckes, der dem Gegner ebenfalls großen Respekt zollt. «Das ist eine junge, laufstarke und kompakte Mannschaft, die zu den Großen dieser Saison zählt», sagte Heynckes. Unter besonderer Beobachtung steht erneut Nationalkeeper Rene Adler, der zuletzt große Unsicherheiten verriet. Heynckes ist aber sicher, dass Deutschlands Nummer eins dem Druck gewachsen ist: «René soll cool bleiben. Er hat in dieser Woche super trainiert.»
Bittere Stunden mit jeweils vier Gegentoren auf Europas Fußball- Bühne erlebten der VfB Stuttgart und Werder Bremen. Nach der 0:4- Lehrstunde beim FC Barcelona und dem Aus in der «Königsklasse» appellierte VfB-Coach Christian Gross vor dem Heimspiel gegen Hannover 96 an die Ehre seiner Profis. «Wir müssen jetzt unseren Stolz zeigen», forderte er. Indes hofft 96-Coach Mirko Slomka auf den dritten Sieg in Serie und sieht seine Elf im Kampf gegen den Abstieg sogar in psychologischem Vorteil. «Machen wir von allen die wenigsten Fehler, schaffen wir den Klassenverbleib.»
Die Chance des wieder in Abstiegsgefahr geratenen VfL Bochum auf den zweiten Bundesliga-Sieg in Bremen liegt womöglich darin, dass Werder sich bereits intensiv mit dem DFB-Pokal-Halbfinale am Dienstag gegen den FC Augsburg beschäftigt. «Der Pokal ist das einzige, was uns noch übrig bleibt», sagte Clemens Fritz nach dem Aus in der Europa League durch das 4:4 gegen den FC Valencia.
Zum Erfolg verdammt sind der Vorletzte SC Freiburg gegen den FSV Mainz 05 und der Tabellen-15. 1. FC Nürnberg gegen 1899 Hoffenheim. «Wir müssen gewinnen», sagte SC-Coach Robin Dutt, dessen Elf seit zwölf Spielen auf einen Dreier wartet und ohne den erfolgreichsten Torschützen Mohamadou Idrissou (Gelb-Sperre) antreten muss.
Düsseldorf (dpa)






























