Drogerie-König Müller steuert bei Douglas auf Sperrminorität zu: HAGEN (dpa-AFX) - Der Drogerieunternehmer Erwin Müller steuert beim Handelskonzern Douglas  auf eine Sperrminorität zu und könnte so mögliche Übernahmepläne der Gründerfamilie Kreke durchkreuzen. Wie Douglas am Freitagabend mitteilte, hält Müller zwar weiterhin 10,8 Prozent der Douglas-Anteile. Er ist zudem aber auch Stillhalter von sogenannten Verkaufsoptionen. Dadurch könnten ihm in nächster Zeit weitere 15 Prozent der Douglas-Aktien angedient werden. „Ob und gegebenenfalls wann dies der Fall sein wird, kann aus Sicht der Douglas Holding nicht beurteilt werden“, hieß es weiter. Laut einer Stimmrechtsmitteilung verfällt die letzte Option am 21. September 2012.
Vergrößern Drogerie-König Müller steuert bei Douglas auf Sperrminorität zu | Bild: © Claudiad

Mit über 25 Prozent würde Müller über eine Sperrminorität verfügen. Das bedeutet, er kann bestimmte Beschlüsse der Hauptversammlung verhindern. Hintergrund der jetzt veröffentlichten Mitteilung sind verschärfte Regeln, die seit Februar gelten und mit denen der Gesetzgeber verhindern will, dass sich jemand bei börsennotierten Firmen im Verborgenen im großen Stil einkaufen kann.

DOUGLAS-AKTIE LEGTE NACHBÖRSLICH ZU

Die im Mdax notierte Douglas-Aktie legte nachbörslich zu. Ein Börsianer sagte: "Damit könnte Müller eine Übernahme durch andere Interessenten wie die Gründerfamilie Kreke mit Finanzinvestoren verhindern. Oder er könnte selber aktiv werden und den Preis nach oben treiben wollen:"

Müller hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, er wolle seinen Anteil an Douglas auf 15 bis 18 Prozent aufstocken und so zum zweitgrößten Einzelaktionär aufsteigen. Bislang hat mit knapp 26 Prozent die Oetker-Gruppe die meisten Anteile. Die Familie Kreke besitzt 12,7 Prozent der Aktien, kommt aber mit der verwandten Familie Eklöh auf rund 30 Prozent. Die Anteile sind allerdings nicht gepoolt.

GROSSAKTIONÄR KREKE SPRICHT MIT FINANZINVESTOREN

Bei der Familie Kreke stieß Müllers Vorstoß bislang auf wenig Begeisterung. Im Januar hatten die Krekes mitgeteilt, sie würde derzeit zusammen mit Finanzinvestoren ihre Möglichkeiten bei Douglas ausloten. Dazu könnte auch gehören, dass die Familie genügend Anteile kauft, um den Konzern von der Börse zu nehmen. Eine Entscheidung dazu ist aber noch nicht gefallen.