«Wir hoffen, den Umsatz des letzten Jahres mit 109 Millionen Euro wieder zu erreichen», sagte Klaus Gotzen, Geschäftsführer des Verbandes der Pyrotechnischen Industrie (VPI), am Dienstag in Ratingen. Die Erfahrung habe gezeigt, dass in schwierigen Zeiten gern ausgiebig gefeiert werde, um Probleme des Alltags wenigstens für kurze Momente hinter sich zu lassen.
Der Verkauf läuft bis zum Silvestertag. Die Preise liegen in diesem Jahr laut VPI wegen gestiegener Fracht- und Rohstoffkosten etwas höher als im vergangenen Jahr. Die Feuerwerkskörper sind abermals professioneller, größer und bunter geworden. Im Trend liegen sogenannte Systemfeuerwerke, in denen die Hersteller mehrere Dutzend Effekte bündeln, die innerhalb von zwei Minuten abbrennen. Inzwischen lassen sich mehrere solcher Batterien zu einer Plattform verbinden, so dass ein beinahe professionelles Feuerwerk zu sehen ist. Die Feuerwerksbatterien enthalten bis zu 500 Gramm Explosivmasse; im Vorjahr waren es in der Regel höchstens 200 Gramm. Die Raketen steigen mehr als 60 Meter hoch.
Das Feuerwerk darf nur in der Silvesternacht abgebrannt werden. Neu in diesem Jahr ist das Verbot, Feuerwerk in der Nähe von Fachwerkhäusern anzuzünden. Mehrere Fachwerk-Städte wie zum Beispiel Hameln und Goslar in Niedersachsen haben bereits angekündigt, dass sie dieses Verbot wegen der Brandgefahr strikt durchsetzen werden und hohe Bußgelder bei Verstößen angedroht. Seit jeher verboten ist die Knallerei in der Nähe historischer Gebäude, Schlösser, Burgen und Residenzen sowie Altenheimen, Kirchen und Krankenhäusern.
Polizei und Behörden warnten am Dienstag in mehreren Bundesländern vor dem Import illegaler Feuerwerkskörper aus Ländern wie Polen und Tschechien. Feuerwerk ohne die Zulassung des Bundesamtes für Materialwirtschaft und -prüfung (BAM) entspreche nicht den deutschen Sicherheitsstandards und könne gefährliche Folgen für Leben und Gesundheit haben. Zudem machen sich die Benutzer strafbar nach dem Sprengstoffgesetz. Nach Angaben der bayerischen Polizei wurden allein in diesem Jahr zweieinhalb Tonnen verbotene Böller in Autos von Reisenden im Grenzgebiet sichergestellt.
Das Feuerwerk kommt in der Regel aus China. Lediglich der Branchenführer Weco aus Eitorf bei Bonn produziert einen Teil seiner Produkte in drei inländischen Werken in Eitorf, Kiel und Freiberg (Sachsen). Der Branchenzweite Comet aus Bremerhaven importierte dagegen 500 Container voller Feuerwerk nach Deutschland und bereitete 35 000 Paletten für den Einzelhandel vor.
Ratingen (dpa)


























