Leicht stabilisiert reagierte der Euro in New York auf die Meldung, wonach der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias zur Lösung der Führungskrise in Griechenland die Bildung einer Expertenregierung vorgeschlagen hat. Sie solle von möglichst vielen der im Parlament vertretenen Parteien unterstützt werden, sagte Sozialistenführer Evangelos Venizelos am Montag nach einem Treffen des Präsidenten mit Vorsitzenden der Konservativen, Sozialisten und der kleineren Partei Demokratische Linke (Dimar). Wie die Nachrichtenagentur dpa aus Kreisen der Staatspräsidentschaft erfuhr, will sich Papoulias an diesem Dienstag mit den Parteichefs treffen. Scheitern diese Gespräche, dürften Neuwahlen im Juni kaum noch zu verhindern sein.

Zuvor hatte es dem Euro im Tagesverlauf sehr deutlich zugesetzt, dass sich in Griechenland weiterhin keine Regierungsbildung abzeichnete. "Die große Unsicherheit in Athen hat den Eurokurs stark belastet", sagte Ralf Umlauf, Devisenexperte bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) vor dem Vorschlag von Papoulias. Auch die Lage an den südeuropäischen Anleihemärkten hatte sich im Zuge dessen weiter verschärft. Die Niederlage der Partei von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Nordrhein-Westfalen habe zudem in das negative Bild für den Euro gepasst, sagte Umlauf. Der Eurokurs dürfte sich seiner Einschätzung nach bald seinen Jahrestiefstkursen von knapp über 1,26 Dollar annähern.