Börsianer stießen sich am schwachen Auftragseingang. Die Papiere wurden bis zum Nachmittag mit einem Abschlag von mehr als 5 Prozent gehandelt. Der Vergleichsindex MDax legte dagegen leicht zu. Die übrigen Zahlen wurden von den Händlern als "etwas besser als erwartet" eingestuft.
Im Zeitraum zwischen Juli und September erzielten die Kölner einen Konzerngewinn von 20,7 Millionen Euro und setzten sich damit deutlich vom Vorjahr ab, als noch ein Verlust von 13,1 Millionen Euro in der Bilanz stand. Die gestiegene Profitabilität kam aus dem operativen Geschäft. Die EBIT-Rendite kletterte den Angaben zufolge von 4,2 Prozent auf 6,3 Prozent. Die Zahl der verkauften Motoren wuchs um mehr als 50 Prozent auf 61.310 Stück. Damit wurde ein Umsatz von 399,4 Millionen erzielt, 40 Prozent mehr als im Vorjahr.
Für das nächste Jahr hält die Finanzchefin ein leichtes Wachstum für sehr wahrscheinlich, eine geringe Wahrscheinlichkeit gebe es für eine Stagnation oder sogar einen Abschwung. "Wir sind auch für weniger gute Entwicklungen gut vorbereitet", sagte Haase. "Bei einem Umsatzniveau von 2009 werden wir auf Basis der heutigen Kostensituation keine Verluste schreiben." Im Krisenjahr 2009 war Deutz mit 120 Millionen Euro ins Minus gerutscht. Nach neun Monaten im laufenden Jahr steht ein Gewinn von fast 55 Millionen Euro in den Büchern.
Für das Gesamtjahr 2011 hat sich Deutz einen Motorenabsatz von mehr als 225.000 Stück vorgenommen. Die Erlöse sollen von 1,3 Milliarden im Vorjahr auf 1,5 Milliarden Euro steigen. Zugleich soll ein operatives Ergebnis von rund 90 Millionen Euro erzielt werden.
Per Ende September beschäftigte Deutz 4.275 Mitarbeiter, rund 10 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Fast ein Viertel der Beschäftigten waren als Leiharbeiter oder befristet Beschäftigte tätig. Zusammen mit Arbeitszeit- und Schichtmodellen ermögliche diese Flexibilität Deutz schnell zu reagieren.
Künftiges Wachstum sieht das Unternehmen vor allem in den Schwellenländern. In China ist Deutz mit zwei Gemeinschaftsunternehmen vertreten. "Die beiden Joint Ventures in China entwickeln sich hervorragend und gewinnen ständig Neukunden", sagte Haase. Sowohl bei den Baumaschinen als auch den Landmaschinen ergeben sich dort große Wachstumschancen.
"Wir haben unser Motorenportfolio in den letzten drei Jahren komplett erneuert", sagte Haase. Zudem sei die Motorenpalette erweitert worden. Alle Motoren erfüllten die neuesten Abgasvorschriften. Damit könnten neue Kunden gewonnen werden. "Ab 2012 werden wir dann sehr viel weniger Geld für die Entwicklung ausgeben", sagte die Finanzchefin. Eine Dividendenzahlung fasst Haase in rund drei Jahren ins Auge. "Bevor wir ausschütten, müssen wir zunächst die Verlustjahre kompensieren, das weitere Wachstum finanzieren, und wir wollen die Schulden nicht erhöhen." Deutz hatte zuletzt für 2007 eine Dividende gezahlt.


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