Deutschland will im Spezialschiffbau an die Weltspitze: Die Bundesregierung will die Marktführerschaft im Bereich der maritimen Spitzentechnologien erringen. Hier habe die deutsche Schiffbauindustrie das Potenzial, gegen die starke internationale Konkurrenz zu bestehen, sagte der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Hans-Joachim Otto, am Montag in Hamburg.
Vergrößern Deutschland will im Spezialschiffbau an die Weltspitze | Bild: © ddp

Hamburg (dapd-nrd). Die Bundesregierung will die Marktführerschaft im Bereich der maritimen Spitzentechnologien erringen. Hier habe die deutsche Schiffbauindustrie das Potenzial, gegen die starke internationale Konkurrenz zu bestehen, sagte der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Hans-Joachim Otto, am Montag vor der Eröffnung der 24. Internationalen Messe für Schiffbau, Maschinen und Maritime Technologie (SMM) in Hamburg.

Durch die Wirtschafts- und Finanzkrise sei klar geworden, dass deutsche Werften beim Containerschiffbau nicht mit asiatischen Wettbewerbern mithalten können. 'Dort haben die Asiaten eindeutig Kostenvorteile', sagte Otto. Die Bundesregierung schließe deshalb aus, sich hier in einen Subventionswettlauf hineinziehen zu lassen.

Die Stärken des deutschen Schiffbaus lägen hingegen bei der Erfüllung individueller Kundenwünsche, etwa bei Jachten und Kreuzfahrtschiffen und dem Bau von Schiffen mit speziellen Anforderungen wie Fähren oder Errichterschiffe. Zukunftschancen sieht Otto auch bei Windkraftanlagen auf hoher See.

Allerdings ist auch der Spezialschiffbau im internationalen Wettbewerb hart umkämpft. 'Die Konkurrenz aus Asien schläft nicht' sagte Bernhard Meyer, Geschäftsführer der Meyer Werft und Chairman der Community of European Shipyards Associations (CESA). China sei dabei, die Schiffbaunationen Korea und Japan bei der Produktion der Massengutfrachter und Containerschiffe als Marktführer zu verdrängen. 'Korea und Japan sind zunehmend dazu gezwungen, sich auch in anderen Bereichen umzusehen, die zuvor von europäischen Unternehmen besetzt waren', sagte Meyer. Dadurch würden sie zu ernst zu nehmenden Konkurrenten für die hiesige Industrie. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis auch China in diese Bereiche dringe.

Um bestehen zu können, müsse Europa seine Kräfte bündeln. Die strategischen Konzepte dürften nicht an den nationalen Grenzen enden, sagte Meyer. Seit Jahren kämpfe die CESA zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission um klare Anti-Dumping-Regeln auf OECD-Ebene. Was in allen Branchen Normalzustand sei, gelte einigen Schiffbaunationen immer noch als inakzeptabel, sagte er.

Die Messe beginnt am Dienstag mit mehr als 2.000 Ausstellern aus 58 Nationen in Hamburg. Bis zum 10. September erwarten die Veranstalter mehr als 50.000 Fachbesucher aus aller Welt. Thematische Schwerpunkte der Meerestechnik-Messe sollen Finanzierung, Umwelt und Offshore-Technologien sein.

ddp