Die Deutsche Bahn AG sieht sich mit Entschädigungsforderungen polnischer NS-Opferverbände konfrontiert. Wie das Nachrichtenmagazin «Focus» meldet, wurde jetzt in Warschau eine Studie des deutschen Vereines «Zug der Erinnerung» vorgestellt, der zufolge die Deutsche Reichsbahn während des Zweiten Weltkrieges durch das Abwickeln der Transporte in die Konzentrationslager sowie mit Deportationen nach Schätzungen mindestens 445 Millionen Euro verdient habe. Teile dieser Summe sollen als humanitäre Hilfe an die noch lebenden Opfer fließen, fordern Vertreter polnischer NS-Opferorganisationen. Sollte es nicht zu einer einvernehmlichen Einigung kommen, werden in Warschau rechtliche Schritte für eine eventuelle Klage gegen die Deutsche Bahn AG geprüft.
Ein Bahnsprecher sagte dem Magazin, dass die Deutsche Bahn AG nicht die Rechtsnachfolgerin der Deutschen Reichsbahn sei. Der Konzern sei sich dennoch seiner historischen Verantwortung bewusst und habe deshalb bereits vor Jahren eine Summe in «mehrstelliger Millionenhöhe» eingezahlt in die Stiftung «Erinnerung. Verantwortung. Zukunft», die ehemalige Zwangsarbeiter entschädigt.
München (ddp)


























