Deutsche Anleihen: Kräftige Verluste nach Einigung in Athen: FRANKFURT (dpa-AFX) - Sichere Anlagen wie deutsche Staatsanleihen sind am Donnerstag spürbar unter Druck geraten. Händler erklärten dies mit der Einigung in Griechenland auf zusätzliche Einsparungen und Reformen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future  sank bis zum Abend um 0,39 Prozent auf 137,30 Punkte. Zeitweise war der Future noch stärker auf bis zu 136,93 Punkte gesunken. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg zuletzt um vier Stellen auf 2,0 Prozent.
Vergrößern Deutsche Anleihen: Kräftige Verluste nach Einigung in Athen | Bild: © Claudiad

Der größte Markteinfluss kam laut Händlern am Donnerstag aus Athen. Dort einigte sich Regierungschef Lucas Papademos mit den Vorsitzenden der Regierungsparteien auf die Forderungen der öffentlichen Geldgeber. Ob damit allerdings der Weg frei ist für zusätzliche Finanzhilfen, gilt als ungewiss. Am Abend treffen sich die Euro-Finanzminister in Brüssel, um über die Lage in Griechenland zu beraten. Kurz vor dem Treffen äußerten sich Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker und der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble zurückhaltend. Mit einer abschließenden Entscheidung ist demnach nicht zu rechnen.

Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) ihren expansiven geldpolitischen Kurs bestätigt. In der Diskussion über eine mögliche Beteiligung der Notenbank an einem Forderungsverzicht gegenüber Griechenland gab sich EZB-Chef Mario Draghi zurückhaltend. Die Notenbank war zuletzt unter Druck geraten, da sie seit Frühjahr 2010 griechische Staatsanleihen für rund 50 Milliarden Euro gekauft hat. Der größte Einzelgläubiger Athens hatte bis zuletzt eine Beteiligung an dem anvisierten Schuldenschnitt strikt abgelehnt.