New York (dapd).
Er wollte dem Schicksal ein Schnippchen schlagen, berichtete Pena bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in New York, kurz nach seiner Ankunft aus Chile. ''Ich werde dir davon laufen', sagte ich der Mine. 'Ich werde laufen bis du meiner überdrüssig und bist und ich dich langweile''. 'Das hab ich auch getan', sagt Pena.
In einen dunklen Anzug gekleidet lässt der 34-Jährige vor den mehr als 100 Pressevertretern seinen Charme spielen. Er stimmt sogar ein paar Zeilen von Elvis Presleys 'Return to Sender' an, Penas Soundtrack für die zehn Kilometer Tunnellauf.
Am Sonntag werde er sechs Stunden brauchen, prophezeit Pena. Das angeschlagene Knie mache Schwierigkeiten: 'Ich möchte die Damen und Herren der Presse bitten freundlichst zu versprechen, mich in ihren Geschichten nicht in Stücke zu reißen, sollte ich dem Schmerz im Knie nicht standhalten'. Die 69 Tage Gefangenschaft in 800 Metern Tiefe haben ihm seinen Humor nicht genommen.
Die Organisatoren des New York Marathons erfuhren von Penas Geschichte. 'Wir kennen das Laufen als ein Licht. Wir kennen es als Rettung. Wir kennen es als einen Anker und wir fühlten uns etwa besser, als wir hörten, wie einer der Bergleute die Kraft des Laufens mit sich im Dunkeln führte', sagt die Präsidentin der New York Road Runners. Geplant war, Pena als Ehrengast einzuladen. Vielleicht könnte er das Zielband halten oder im warmen Auto die Strecke abfahren. 'Ganz ehrlich, es kam uns gar nicht in den Sinn, dass er vielleicht selber laufen wollte', sagte Wittenberg. Doch als Pena versprach zu kommen und mitzulaufen, war es dann doch keine wirkliche Überraschung.
Als die Rettungskräfte begannen die Bergleute mit Essen zu versorgen, startete Pena sein Training. Er schnitt den Schaft seiner Stahlkappenstiefel auf Höhe des Knöchels ab. Auf der Pressekonferenz macht er nach, wie er sich den Schweiß von der Stirn wischte, als die 1.000-Meter-Strecke in Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit absolvierte, die Grubenlampe leuchtete ihm den Weg.
'Ich lief, um nicht nur herumzusitzen und zu warten', sagt Pena. 'Ich lief, um aktiv an meiner Rettung teilzunehmen. Ich rannte, weil ich so an den Anstrengungen zu unserer Rettung teilnahm.' Außerdem habe er Gott beweisen wollen, 'dass ich wirklich leben wollte', sagt der Gerettete.
Nach seiner Rettung hatte Pena weiter trainiert, im Oktober lief er einen neuneinhalb-Kilometer-Triathlon in Chile. Abgesehen von einem nervös wippenden Fuß wirkt Pena äußerst gelassen, als er vor den vielen Kameras die vielen Fragen auf Englisch und Spanisch beantwortet.
Der Kumpel war der zwölfte von insgesamt 33 Männern, die gerettet wurden. Er war auch derjenige, der sich von allen am Unverblümtesten äußerte. So bestand er darauf, dass Chiles reiche Bodenschätze nicht auf Kosten der Arbeiter ausgebeutet werden dürften, die dafür in unsichere Minen geschickt würden.
Seine Frau begleitete ihn auf dem Flug in die USA, den er sich zuvor nicht hätte leisten können. Auch waren viele chilenische Profiläufer an Bord, die am Marathon teilnehmen wollten. Pena war erstaunt, dass sie überhaupt ein Wort mit einem Amateur wie ihm wechselten. Stattdessen feuerten sie ihn an, als er das Flugzeug auf dem John F. Kennedy Flughafen verließ.
'Die Leute sagen, wir seien Helden, aber ich glaube nicht daran', sagt Pena. 'Es ist lediglich das, was das Schicksal für uns parat hielt'.
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