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  • Schweiter Technologies: Medienmitteilung
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  • ProSiebenSat 1 Media SE: Veröffentlichung gemäß § 26 Abs
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Börsen-Zeitung: Ist das schon alles gewesen?, ein Marktkommentar von

vor 13 Minuten veröffentlicht

Börsen-Zeitung / Börsen-Zeitung: Ist das schon alles gewesen?, ein ....

Dieter KuckelkornFrankfurt (ots) - Ist das schon alles gewesen? Das muss man sichfragen, wenn man sich die Reaktionen der Kapitalmärkte auf dasbritische Votum für einen Austritt aus der Europäischen Union(Brexit) ansieht.Während kontinentaleuropäische Politiker und auch britischeBrexit-Gegner keine Gelegenheit auslassen, die britischen Wählerzumindest verbal für ihre Entscheidung abzustrafen, indem sie dieZukunft in möglichst düsteren Farben malen, machen die Märkte aufTiefenentspannung. Die starken Verluste und die extreme Nervositäthaben gerade einmal zwei Handelstage angehalten. Die Erholung, diedaraufhin einsetzte, hat sich bislang als recht tragfähig erwiesen.So steht der FTSE 100 mittlerweile auf einem höheren Niveau alsunmittelbar vor der Entscheidung. Im bisherigen Jahresverlauf hat er7,2 Prozent zugelegt. Vergleicht man dies mit der Performance anderereuropäischer Aktienindizes, so könnte man meinen, dass eher ein"Gexit" oder noch naheliegender ein "Italexit" auf dem Programmsteht: Der Dax hat im Vergleich zu seinem Stand vom Jahresanfang 9,4Prozent eingebüßt, der FTSE Mib sogar 22,3 Prozent.Nun ist das Bild sicher nicht vollständig, wenn man neben denAktien nicht auch die anderen Märkte betrachtet. An denRenditeniveaus von Staatsanleihen aus Kernstaaten wie Deutschlandoder den USA lässt sich schon eine Flucht in Qualität ablesen. Zudemstehen Yen und Schweizer Franken unter starkem Aufwertungsdruck, dasPfund hat noch keine ernsthaften Anstrengungen unternommen, seinehohen Verluste nach dem Brexit-Votum auszugleichen. Zudem hat derGoldpreis seit Jahresanfang kräftig zugelegt. Angesichts einesNiveaus von rund 1330 Dollar je Feinunze lässt sich aber kaum vontiefgreifender Panik an den Finanzmärkten sprechen.Für die erstaunliche Ruhe an den Aktienmärkten gibt es mehrereGründe. So glaubt die Mehrheit der Marktteilnehmer schlicht nicht andas von vielen EU-Politikern gezeichnete Bild einer völligenAbnabelung Großbritanniens von der Union mit desaströsenKonsequenzen. Das Szenario einer künftigen Sonderstellung der Britennach dem Vorbild der Schweizer wird letztlich für wesentlichwahrscheinlicher gehalten.Dahinter steckt folgendes Kalkül: Mit einer ökonomischenAbstrafung Großbritanniens würden sich auch EU-Kernländer wieDeutschland selbst erheblich wehtun. Letztlich ist es kaum denkbar,dass eine harte Trennung von Großbritannien gegen den Widerstand derBundesregierung möglich wäre. In Berlin wiederum haben Branchen wiedie Autoindustrie und die Banken einen besonderen Einfluss und eingroßes Interesse daran, dass sich an den ökonomischen Realitätenmöglichst wenig verändert. Wenn sich die öffentliche Aufregung inEuropa in ein paar Monaten gelegt hat, so glaubt man an den Märkten,dürfte in den Hinterzimmern in Brüssel eine für alle Seitenakzeptable Lösung ausgehandelt werden.Zudem sehen mittlerweile die Fundamentaldaten am deutschen undeuropäischen Aktienmarkt wieder recht attraktiv aus. Gemessen amKurs-Gewinn-Verhältnis ist das Bewertungsniveau deutlich niedrigerals an den US-Börsen. Nach der Korrektur, die übrigens auch ohneBrexit zu erwarten gewesen wäre, sind die erwartetenDividendenrenditen mit 3,5 Prozent für den Dax und 4,2 Prozent fürden Euro Stoxx 50 wieder deutlich angestiegen. Demgegenüber sind dieRenditen zehnjähriger deutscher Staatsanleihen auf ein neuesAllzeittief gesunken. Es mangelt also nach wie vor an alternativenAnlagemöglichkeiten.Auf absehbare Zeit dürfte zudem die Gewinnentwicklung derUnternehmen stabil bleiben. An eine Rezession im kommenden Jahr alsFolge der Brexit-Entscheidung glaubt kaum jemand - sonst würde derDax bereits jetzt deutlich unter Druck geraten, weil seineMitgliedskonzerne rund 53 Prozent ihrer Umsätze in Europa erzielen.Nicht wenige Analysten raten gegenwärtig dazu, die niedrigen Kursefür Käufe zu nutzen. Außerdem ist man sich sicher, dass dieNotenbanken bei Bedarf zur Unterstützung der Märkte herbeieilenwerden.Allerdings gilt es eine Gefahr zu beachten: Sollte sich widerErwarten doch abzeichnen, dass die Briten für ihre Entscheidung büßensollen, wird die Erholung sofort in sich zusammenbrechen.OTS: Börsen-Zeitungnewsroom: http://www.presseportal.de/nr/30377newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_30377.rss2Pressekontakt:Börsen-ZeitungRedaktionTelefon: 0692732-0www.boersen-zeitung.de