DDR-Bürgerrechtler - DDR-Bürgerrechtler Schult kritisiert Birthler-Behörde: Der DDR-Bürgerrechtler Reinhard Schult hat die Veranstaltung zur Erinnerung an die Erstürmung der Berliner Stasi-Zentrale vor 20 Jahren kritisiert. «Die Gedenkveranstaltungen zur Revolution von 1989, das haben wir auch schon im vergangenen Jahr gesehen, sind längst verstaatlicht worden», sagte Schult der «Berliner Zeitung» (Freitagausgabe).
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«Dem Volk, den Bürgern, die sich damals auf die Straße wagten, bleibt nur die Publikumsrolle.» Dem alten Bürgerkomitee sei lediglich angeboten worden sei, einen Stand aufzubauen, sagte Schult.

Der DDR-Bürgerrechtler, der heute für die Stasi-Landesbeauftragten in Berlin und Potsdam arbeitet, kritisierte zudem die Stasi-Unterlagenbehörde. «Die Behörde ist ein bürokratischer Moloch geworden, in dem sogar Stasi-Leute und Angestellte aus dem DDR-Regierungsapparat mitarbeiten konnten und können, zum Teil in sensiblen Bereichen», sagte er. Als Grund nannte Schult die Arbeit der Behördenleiter. Der frühere Behördenchef Joachim Gauck habe - wie Marianne Birthler heute - 'immer sehr staatsnah agiert, er hat politische statt Bürgerinteressen vertreten», sagte Schult.

Schult kritisierte insbesondere, dass die Stasi-Unterlagenbehörde kaum noch wissenschaftliche Arbeit herausgebe. «Was da in den letzten zwei Jahrzehnten an Forschungsergebnissen veröffentlicht wurde, ist einfach zu wenig für eine Behörde, zu deren Aufgabe es eben auch gehört, Strukturen und Arbeitsweise des DDR-Geheimdienstes zu analysieren.»

Als Beispiel nannte Schult das Handbuch zur Organisationsstruktur des MfS, das 1995 herausgegeben und seitdem nicht mehr aktualisiert wurde.

Berlin (ddp)