Berlin (ddp-bln). Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat vor einer Verklärung der DDR gewarnt. Auch 20 Jahre nach dem Mauerfall gebe es keinen Grund, «irgendeine Verharmlosung des Systems zuzulassen», sagte Wowereit im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp. Die DDR sei eine Diktatur gewesen.
Der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering (SPD), war kürzlich scharf kritisiert worden, nachdem er äußerte, dass man die DDR nicht nur als Unrechtsstaat betrachten sollte. Es könne nicht sein, unter Verweis auf die Vergangenheit zu sagen: Nur, was aus dem Westen kommt, zählt und es gab nicht das kleinste bisschen Gute in der DDR.
Nach Darstellung Wowereits ist es problematisch, einzelne Punkte herauszustellen, die in der DDR gut gewesen seien. Da müsse man vorsichtig sein und aus Fehlern der Vergangenheit lernen, betonte er unter Hinweis auf die Aufarbeitung des Nationalsozialismus. «Die Menschen in der DDR haben in millionenfacher Art und Weise Gutes geleistet und können zu ihrem Lebenswerk stehen.» Man könne sehr wohl diese Lebensleistung loben, aber trotzdem eindeutig klarmachen, «dass die DDR ein Unrechtssystem war».
Nach Einschätzung des Regierungschefs ist der Vereinigungsprozess in Berlin «im Großen und Ganzen gut gelaufen». Trotzdem hätten Menschen mit verschiedenen Biografien unterschiedliche Erfahrungen, Enttäuschungen oder Erfolge. Es gebe einige, «die immer noch die Mauer im Kopf haben» und andere, die sich völlig frei fühlten. «Damit müssen wir umgehen.»
Der Berliner Senat werde in diesem Jahr der Opfer des SED-Regimes gedenken, sagte Wowereit. Eine Vielzahl von Veranstaltungen richte sich dabei besonders an die junge Generation. Es müsse «Vorsorge» getroffen werden, «dass sich so etwas niemals wiederholen kann». Zugleich werde an den Mauerfall und die friedliche Revolution erinnert sowie deutlich gemacht, was in 20 Jahren erreicht worden sei.
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