DAX, Zinsanhebung

DAX- technische Betrachtung in mehreren Zeitfenstern

11.09.2015 - 14:53:39

Im ersten Quartal hat der DAX Index in Form des DAX Futures, gehandelt an der DTB, mehr als 30 % Zugewinne verzeichnet. Der angekündigte Anleihekauf der EZB, sorgte Anfang des Jahres für erhöhtes Interesse seitens der Investoren. Die Profis waren jedoch bereits in 2014 investiert, vor allem die US Anleger. Aufgrund des schwachen Euro und der niedrigen Verzinsung von Krediten, hatten sich Investoren zum einen über den Euro finanziert und zum anderen im europäischen Raum investiert. Dadurch entsta

Aktuell hat der DAX Future all diese Gewinne wieder abgegeben und notiert bei circa + 3,8 % Jahresperformance. Eine Schwankung innerhalb eines Jahres, die sich sehen lassen kann. Verursacht wurde das erneute Desinteresse der Investoren durch mehrere Unsicherheitsfaktoren. Unter anderem Griechenland sowie die Verwerfungen an den Finanzmärkten in China. Auch der geplante FED Zinsentscheid lastet auf den Aktienmärkten insgesamt. Doch wie sieht es technisch aus?

Was sagt das Wochenchart für den DAX?

Aus der technischen Perspektive, sieht die Lage deutlicher aus. Das Wochenchart jedenfalls spricht eine klare Sprache. Der Aufwärtstrend ist weiterhin intakt, Punkt.

Weiterhin fällt auf, dass die Fibonacci Retracements eine ziemlich genaue Interpretation der Lage erlauben. Sowohl die 23,6 er als auch das 38,2 er Retracements, stellten relevante Unterstützungen dar, die auch bei weiterem Verlauf in Beachtung bleiben sollten. Mehr noch verlief das 38,2er Retracement auf gleichem Level mit der unteren Trendlinie.
Die SKS-Formation war auch in der Vergangenheit ein guter Anhaltspunkt für sich etablierende Aufwärtsschübe. Daher sollte auch hier vermehrt darauf geachtet werden. Nimmt man an, dass das Tief, das sich bei 10652 Pkt. bildete und gleichzeitig das 23,6er Retracment darstellt, eine der Schultern in der zukünftigen Formation ist, so dürfte sich die rechte Schulter noch ausbilden.
Aus der technischen Perspektive wäre es daher sinnvoll auf ein höheres Tief zu warten, bevor man mit einer erneuten Long-Positionierung in den Markt geht. Unter Beachtung der Zinsanhebung in den USA, kann es jedoch durchaus zu erhöhter Volatilität kommen und einem möglichen Absacker, bevor es wieder nach oben geht. Sollte die Trendlinie gebrochen werden, kommt zunächst das 50er Fibo-Ratracement als Unterstützung in Frage, in dessen Bereich (8860Pkt.) in etwa auch die 200er Moving Average verlaufen sollte. Der RSI Indikator, der das Momentum des Trends darstellt ist abwärtsgerichtet und bestätigt somit die aktuelle Schwäche des Aufwärtstrends.

Nähere Betrachtung der Lage im Tageschart

Das Wochenchart hat gezeigt, dass der große Aufwärtstrend noch intakt ist. Die Lage sieht jedoch etwas prekär aus. Sollte die Trendlinie brechen, könnte ein dynamischer, markttechnikbasierter Abverkauf stattfinden.
Das Tageschart zeigt, dass der Kurs nach dem rasanten Short Squeeze in einer bearishen Flagge fluktuiert. Oberhalb befindet sich der Widerstand (23,6 Fibo), der dynamisch gebrochen werden sollte, damit neuer Kaufdruck entsteht. Fehlt die Dynamik, ist es vorerst unwahrscheinlich, dass es zu einem Anstieg über die 200er Moving Average kommt.
Wahrscheinlicher ist in diesem Fall ein Retest der Trendlinie im unteren Bereich (bzw. im Falle der Zinsanhebung ein Absacker nach unten) bevor ein höheres Tief gemacht werden kann. Durch die Unsicherheit hinsichtlich der chinesischen Märkte als auch der Zinsanhebung ist eher das zweite Szenario der Kursschwäche wahrscheinlicher. Auch der RSI Indikator zeigt keine eindeutigen Reversal Signale sondern bestätigt den Trend nach unten.

Fazit- Erwartungen prägen den deutschen Aktienmarkt

Die Markttechnik gibt den aktuellen Zustand am deutschen Aktienmarkt wider. Die Schwäche ist jedoch mehr durch Erwartungen geprägt. Fundamental und konjunkturell, ist die Lage nicht so schlecht wie angenommen. Zumindest zum aktuellen Zeitpunkt. Jüngst hat die EZB jedoch ihre Prognosen für die nächsten zwei Jahren nach unten revidiert. Der FED Zinsschritt und die Entwicklungen in China überschatten beispielsweise das Quantitative Easing Programm der EZB.
Betrachtet man allerdings das QE Programm des FED, und dessen Auswirkungen auf die Märkte, so wird auch dort deutlich, dass es zwischenzeitlich mehrere Korrekturen gab. Zumal das FED bereits drei Programme dieser Art durchgeführt hat, während die EZB noch beim ersten ist.


Die Markttechnik spricht allerdings eine klarere Sprache und dernach ist der langfristige Aufwärtstrend weiterhin intakt. Jedoch ist der mittelfristige Abwärtstrend ebenfalls nicht ausgestanden. Das in der letzten Woche erfolgte Reversal wurde zum Teil durch den Short Squezze begründet und es kommt jetzt darauf an, ob eine Dynamik durch neue Zukäufe entwickelt werden kann. Bleibt dies aus, so dürften ein höheres Tief und die Ausbildung einer SKS-Formation als Setup hilfreich werden.
Aktien handeln online können Anleger auch über diverse Broker. Entweder in Form von breiten Marktindizes wie dem DAX oder in einzelne Titel investieren.


Quellen:
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/ezb-anleihenkaeufe-101.html
http://www.dasinvestment.com/investments/maerkte/news/datum/2015/02/18/so-investiert-george-soros/
http://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/marktberichte/boerse-frankfurt-dax-gibt-gewinne-weitgehend-ab/12295188.html
http://wirtschaftsblatt.at/home/boerse/international/4789217/Fed-haelt-Tur-fur-Zinserhohung-im-September-offen
http://www.fnp.de/nachrichten/wirtschaft/EZB-erhoeht-ihre-Feuerkraft;art686,1571224
http://www.avatrade.de/trading-info/range-of-markets/stocks