Die 48 Meter über dem Meeresspiegel installierte Hochleistungslampe wirft im Abstand von 3,8 Sekunden einen Lichtstrahl hinaus aufs Meer, der noch in 48 Kilometern Entfernung zu sehen ist. Im Turm sind zwei Lampen installiert, so dass bei Ausfall einer Lichtquelle automatisch die zweite zugeschaltet werden kann.

«In der Regel werden die ausnahmslos automatisch betriebenen Leuchttürme an der Ostseeküste zwei Mal im Jahr durch ein Wartungsteam überprüft», sagte Chust. Die Anlagen funktionierten trotz ihres teilweise hohen Alters noch immer einwandfrei. So laufe auf der Oie das regelmäßig im Frühjahr zu wartende Hauptlager, das die sogenannte Vierseiten-Scheinwerferoptik drehe, seit dem Jahr 1914 noch immer wie geschmiert.

Der unter Denkmalschutz stehende achteckige Bau ist Deutschlands östlichster größerer Leuchtturm. Er besitzt als einziger Leuchtturm an der Ostsee ein linksdrehendes Licht. Nachdem 1978 der automatische Betrieb und die Fernüberwachung aufgenommen wurden, verließ zwei Jahre später der letzte Leuchtturmwärter die vor dem Greifswalder Bodden befindliche Ostseeinsel. Mitte der 90er Jahre wurde der Leuchtturm für rund 2,6 Millionen Mark instand gesetzt. Seit zwei Jahren ist er auch für Besucher zugänglich.

Der Leuchtturm war 1855 in Betrieb genommen worden. Das erste Leuchtfeuer war bereits 1832 auf der Oie installiert worden. Bei der auf einem Erdhügel errichteten Bake handelte es sich um ein eisernes Gerüst, an dem zwei übereinander angebrachte Laternen hingen. In dunklen Nächten war das von einem Leuchtturmwärter gezündete Licht bis in eine Entfernung von 1,5 Seemeilen (2,8 Kilometer) zu sehen.

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