Castor-Attrappe fährt durch Frankfurt: Mit einer Castor-Attrappe sind am Montag einige Dutzend Atomkraftgegner durch die Frankfurter Innenstadt gefahren. Mit der Aktion protestierten sie gegen den Ende November geplanten Atommüll-Transport von La Hague nach Deutschland und gegen ein mögliches Endlager in Gorleben, wie der Geschäftsführer des Netzwerks Campact, Christoph Bautz, sagte.
Vergrößern Castor-Attrappe fährt durch Frankfurt | Bild: © dapd

Frankfurt/Main (dapd-hes). Frankfurt war die dritte von zehn Stationen der Attrappe.

Bei der Fahrt der Castor-Attrappe in Frankfurt wurden der Transport symbolisch immer wieder von den Atomkraftgegnern blockiert. Einige Demonstranten trugen zudem weiße Schutzanzüge und rollten gelbe Fässer, die den Atommüll darstellen sollten. Auf einem großen aufblasbaren gelben X sammelte Campact Unterschriften gegen ein Endlager in Gorleben. Das X sei das Symbol des wendländischen Widerstands gegen ein Atommüllendlager in dem Salzstock in Niedersachsen, hieß es.

Am Dienstag (15. November) ist ein Halt der Castor-Attrappe in Kassel geplant. Am 23. November endet der symbolische Transport den Angaben zufolge in Berlin. Veranstalter sind neben Campact die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg sowie lokale Initiativen.

Die Atomkraftgegner kritisierten auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU). Dieser hatte in der vergangenen Woche einen Neustart bei der Suche nach einem Endlager angekündigt. Gleichzeitig sagte er, die Erkundungsarbeiten am Salzstock Gorleben würden fortgesetzt.

'Solange der Salzstock Gorleben eine Option bleibt, wird es keine wirklich ergebnisoffene Endlagersuche geben', sagte Bautz. Dort seien bereits 1,6 Milliarden Euro in den Ausbau geflossen und täglich werde im Dreischicht-Betrieb weiter gebaut. Der Campact-Geschäftsführer betonte, Gorleben sei als Endlager nicht sicher. Wegen der rissigen Decken, von oben kommendem Wasser und unten lagerndem Gas dürfe dort kein Atommüll lagern. Zudem seien dort bereits im Sommer erhöhte Werte gemessen worden. Dennoch werde der Salzstock mit jeder weiterem weiteren Transport mehr und mehr zum Endlager.

Astrid Goltz von Campact kritisierte: 'Wenn dort weiter gebohrt wird, ist das keine offene Suche.' Es dürfe keinen weiteren Castor-Transport nach Gorleben geben.

dapd