Nach Informationen der «Leipziger Volkszeitung» (Donnerstagausgabe) geht die politische Spitze des Ministeriums nach dem Wechsel von Franz Josef Jung (CDU) zu dem CSU-Politiker nun auf Distanz zur Version von Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan.
Dieser hatte in der vergangenen Woche nach Eingang eines geheim eingestuften NATO-Untersuchungsberichtes in Abstimmung mit dem früheren Verteidigungsminister Jung erklärt, der kommandierende Bundeswehr-Oberst Georg Klein habe bei der Anforderung des Luftschlages mit tödlichen Folgen «militärisch angemessen» reagiert. Nun heißt es aus dem Ressort: «Der Minister wird zu einer eigenen Einschätzung kommen.»
Man könne eine «gewisse Diskrepanz» zwischen den geltenden Einsatzregeln und dem konkreten Verhalten des Bundeswehr-Oberst nicht wegdiskutieren, hieß es aus Ministeriumskreisen. So werde nicht mehr dementiert, dass die von Oberst Klein angeforderten US-Kampfflugzeuge mehrfach gefragt hätten, ob sie tatsächlich bombardieren sollten, ohne Vorwarnung, ohne direkten Feindkontakt der ISAF-Truppen und ohne dass «Gefahr im Verzuge» gewesen sei. Laut NATO-Bericht gab es bei dem Angriff zwischen 17 und 142 Tote und Verletzte, darunter 30 bis 40 Zivilisten.
Leipzig (ddp)


























