Frankfurt/Main (ddp-hes). Ein neues Bündnis macht sich in Hessen vor der Bundestagswahl für einen gesetzlichen Mindestlohn stark. «Gerade in Krisenzeiten erfüllen Löhne, von denen man leben kann, eine wichtige Funktion», sagte der Vorstandschef des Diakonischen Werkes Hessen und Nassau, Pfarrer Wolfgang Gern, am Freitag in Frankfurt am Main. Ein Mindestlohn sei dabei auch eine ökonomische Konjunkturspritze.

Zu dem neuen «Bündnis für einen Mindestlohn» zählen unter anderem Gewerkschaften und Sozialverbände. Sie begründen ihre Forderung damit, dass in Hessen jeder fünfte Beschäftigte derzeit im Niedriglohnsektor arbeite. «Wer arbeitet, muss von seiner Arbeit aber leben können», sagte Gern - vor allem weil Hessen im Vergleich der Bundesländer der wirtschaftsstärkste Flächenstaat sei.

Der ver.di-Landesbezirksleiter Jürgen Bothner betonte, das Thema müsse bei der Bundestagswahl eine Rolle spielen. «Wir werden die Politiker im Wahlkampf eindringlich ermahnen, sich für einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn einzusetzen», sagte Bothner. Es müsse Schluss sein mit der Subventionierung von Armutslöhnen durch Steuergelder.

Auf einen konkreten Betrag für den Mindestlohn wollten sich die Initiatoren noch nicht festlegen. Eine Untergrenze von 7,50 Euro müsse aber gegeben sei, betonte Diakonie-Sprecher Wilfried Knapp. Die Initiative verstehe sich als überparteilich. Man wolle vor der Wahl keine Empfehlung für eine bestimmte Partei geben.

Neben der Diakonie und ver.di gehören die Landesverbände der Gewerkschaften DGB und Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), der Arbeiterwohlfahrt, des Sozialverbands VdK sowie weitere soziale und kirchliche Verbände zu den Initiatoren.

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