Braunschweig (ddp). Behörden und Unternehmen in Deutschland werden nach Angaben des Bundes immer öfter Ziel von Computerspionage und Hackerangriffen. Die Lage habe sich erheblich verschärft, Deutschland stehe an einem Wendepunkt, warnt der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, Udo Helmbrecht. Wie die «Braunschweiger Zeitung» (Samstagausgabe) berichtet, schlägt Helmbrecht in einem Bericht an den Bundestags-Innenausschuss mit Blick auf die Bundesverwaltung dramatische Töne an: «Täglich werden Regierungsnetze angegriffen und damit die Regierungskommunikation und Handlungsfähigkeit bedroht.»
Staatlich geheim zu haltende Informationen seien jeden Tag Computer-Spionageangriffen ausgesetzt. Damit seien auch die Daten der Bürger, die in der Bundesverwaltung verarbeitet würden, durch Spionage und Manipulation bedroht, klagt Helmbrecht. Sabotage und Spionage «gehören heute zum Standard-Repertoire der Nachrichtendienste und organisierten Kriminalität und finden täglich Verwendung».
Während früher ungezielte Massenangriffe mit Computerviren oder «Würmern» überwogen hätten, sei seit zwei Jahren eine neue Angriffsart verstärkt zu beobachten, die nur auf eine geringe Anzahl von Computern ziele und sämtliche Antiviren-Software und Firewalls umgehe, bilanziert Helmbrecht: «Deutschland, sowohl Verwaltung als auch Wirtschaft, wird täglich gezielt über das Internet angriffen.»
Helmbrecht mahnt die Parlamentarier: «Deutschland steht an einem Wendepunkt.» Um den Abwehrkampf ebenbürtig zu führen, seien zusätzliche Schutzmaßnahmen und Befugnisse der Verwaltung notwendig, andernfalls werde die Bundesrepublik «vor den technisch versierten IT-Angreifern kapitulieren».
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