Nach der Untersuchung sind 2,9 Millionen Menschen direkt im Tourismus beschäftigt, weitere 2 Millionen Menschen lebten von Vorleistungen für das Gastgewerbe oder von dem Geld, das die Tourismus-Beschäftigten ausgeben - damit hinge fast jeder achte Arbeitsplatz vom Tourismus ab. "Der Tourismus ist ein ökonomisches Schwergewicht", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Burgbacher.
Klaus Laepple, der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft und Auftraggeber der Studie, sprach sich gegen Belastungen für die Branche durch Bettensteuern, Nachtflugverbote und die Luftverkehrssteuer aus. "Die Belastungsgrenze ist erreicht." Die wirtschaftliche Lage der Betriebe wurde jedoch nicht untersucht, wie DIW-Chef Gerd Wagner hervorhob.
Nach der Untersuchung liegt der Anteil der Kraftfahrzeugbauer an der Bruttowertschöpfung bei 2,3 Prozent, der Anteil der Finanzdienstleister bei 3,8 Prozent. Die Bruttowertschöpfung gibt den Gesamtwert der produzierten Waren und Dienstleistungen an, aber ohne Vorleistungen - wie etwa Komponenten in der Autoindustrie und Logistikleistungen im Tourismus. Die DIW-Forscher vergleichen den Tourismus als Querschnittsbranche eher mit der Gesundheitswirtschaft, die auf einen Anteil von 10,2 Prozent kommt.
Die Autoren der Studie legen zugrunde, dass Gaststätten gut 85 Prozent ihres Umsatzes mit Touristen machen. Allerdings gilt dabei auch der "nicht alltägliche Restaurantbesuch außerhalb des eigenen Stadtteils" als touristisch. Nicht berücksichtigt sind Betriebe in Schwimmbädern, Kurhäusern, Freizeitparks und Möbelhäusern - sonst fiele der Tourismusanteil wesentlich geringer aus, wie die Verfasser schreiben. Die Studie wurde vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert.
Die Grünen sprachen von beeindruckenden Zahlen, kritisierten aber die "Beweihräucherung der Bundesregierung". "Die vor Ort ansässige Bevölkerung profitiert kaum", teilte der Tourismuspolitiker Markus Tressel mit. "Nur 36 von 100 investierten Euro bleiben in der Region." Die Arbeits- und Ausbildungsbedingungen seien schlecht, die Bemühungen um Umweltschutz nur sehr zaghaft.


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