BUND begrüßt Verzicht auf Museumsdorf Rügen: Die Absage der Gemeinde Breege zum Bau eines umstrittenen Museumsdorfes mit 75 Ferienhäusern auf Rügens Halbinsel Wittow ist vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt worden. Damit sei ein Prestigeprojekt vom Tisch, das im Außenbereich geschlossener Ortschaften gebaut werden sollte, sagte BUND-Umweltexperte Arndt Müller am Freitag der Nachrichtenagentur dapd.
Vergrößern BUND begrüßt Verzicht auf Museumsdorf Rügen | Bild: © dapd

Schwerin/Breege (dapd-lmv).

Es sei zu hoffen, dass nun auch vergleichbare, auf der Grünen Wiese geplante Vorhaben im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern vom Tisch kämen und neuen Begehrlichkeiten ein für alle Mal ein Riegel vorgeschoben werde.

'Zu klären ist aber auch, warum das Bauministerium Mecklenburg-Vorpommerns im Herbst 2006 die Investoren von der Pflicht eines Raumordnungsverfahrens befreit hatte.' Die sei eindeutig rechtswidrig gewesen, kritisierte Müller. Denn eine Freistellung sei normalerweise nur möglich, wenn andere Fachministerien dem zugestimmt hätten, was offenbar nicht der Fall gewesen sei.

Es entstehe der Eindruck, dass hierzulande mitunter noch sehr willkürlich bei Genehmigungsverfahren entschieden werde, sagte Müller. So sei 2007 ebenfalls auf der Halbinsel Wittow der Bau eines Caravan-Campingplatzes richtigerweise abgelehnt worden, weil er gegen raumordnerische und umweltrechtliche Vorgaben verstoßen hätte. Es bleibe daher die Frage, warum das Land das doppelt so große Museumsdorf in unmittelbarer Nachbarschaft einfach durchgewunken habe.

Leider sei die Abweichung von gesetzlich geregelten Normen kein Einzelfall, wie der Bau einer Nobel-Eigenheimsiedlung am Plauer See gezeigt habe, sagte Müller. Auch auf Rügen stünden weitere umstrittene Ferienprojekte in ökologisch sensiblen Regionen zur Entscheidung an. 'Wir fordern Bauminister Volker Schlotmann (SPD) daher auf, klipp und klar zu sagen, wann man auf die Einleitung von Raumordnungsverfahren verzichten kann und wann nicht.'

Das von der privaten Meerprojekt GmbH geplante slawische Museumsdorf mit einer 75 Häuser fassenden Feriensiedlung war am Donnerstagabend von der Gemeindevertretung Breege ablehnt worden. Gegen das am Breeger Bodden vorgesehene 21-Millionen-Euro-Vorhaben hatten fünf der sieben anwesenden Gemeindevertreter gestimmt.

Das Projekt galt auf der Insel als äußerst umstritten. Neben Umweltverbänden hatten sich auch der Landkreis sowie der Tourismus- und Bauernverband kritisch geäußert. Zudem warfen zahlreiche Einwohner den Breeger Gemeindevertretern vor, nicht ausreichend und rechtzeitig über das Vorhaben informiert zu haben.

dapd