«Unser Konzept ist voll aufgegangen», sagte der Sprecher von «Brandenburg Nazifrei». Die Nazis seien mit einer Sitzblockade aufgehalten worden. Zudem habe es ein buntes Kulturprogramm mit Lesungen und Live-Musik gegeben.

Am Morgen hatten bereits rund 100 Menschen an einer Kundgebung an den Gedenksteinen für ermordete Juden teilgenommen, wie die Referentin des Bürgermeisters und Organisatorin der Aktion, Eva Maria Rebs, auf Anfrage berichtete. Bei der anschließenden Sitzblockade und den Kundgebungen gegen Rechtsextremismus hätten viele Bernauer Flagge gegen Rechts gezeigt. So hätten die Neonazis gegen 14.00 Uhr aufgegeben und seien abgezogen.

Viele Händler hatten Rebs zufolge Plakate in die Schaufenster gehängt mit Aufschriften wie «Kein Ort für Neonazis». Die Protestveranstaltungen seien ein Erfolg gewesen. Sogar ältere Herrschaften mit Rollator hätten sich beteiligt. «Wir haben heute gezeigt, dass wir den Neonazis die Stirn bieten können», resümierte Rebs.

Jonas Frykman vom Brandenburger Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit sagte: «Das war ein voller Erfolg.» Ein breiter Konsens der Demokraten habe sich gegen die Neonazis gestellt.

Nach Kenntnissen der Initiative «Brandenburg Nazifrei» sollte der Nazi-Aufmarsch in Bernau nur der Auftakt einer Reihe rechtsextremistischer Aktionen in den Landkreisen Barnim und Märkisch-Oderland sein. Die neonazistische KMOB habe angekündigt, bis zum 10. Juli jedes Wochenende in jeweils einer anderen Stadt demonstrieren zu wollen. «Brandenburg Nazifrei» stellt sich dem unter dem Motto «Kein Ort für rechte Propaganda» entgegen. Bisher unterzeichneten den Angaben zufolge mehr als 200 Organisationen und Einzelpersonen einen entsprechenden Aufruf. Dazu gehörten neben Politikern auch Gewerkschaften, Vereine, Jugend- und Studenteninitiativen, Kirchengemeinden und Künstler.

(brandenburg-nazifrei.de)

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