Als Bremsschuh für eine moderne Bildungspolitik sieht Straubhaar den Föderalismus. Er sei zum Problem für das System geworden: «Grundsätzlich ist der Wettbewerb zwischen den Ländern ein kluger Gedanke, jedes Land ist im Optimalfall ein Innovationslabor mit ganz eigener Stoßrichtung. Wir sehen jedoch regelmäßig die negativen Effekte, die Bildungshoheit der Länder führt zu einer Erstarrung.» Hier müsse der Bund viel stärker aktiv werden und in Form der Rahmengesetzgebung das Zentralabitur oder andere bundesweit verbindliche Bildungsstandards vorgeben, forderte Straubhaar.
Zugleich kritisierte Straubhaar die Proteste der Studenten bei ihren Bildungsstreiks scharf. «Ich sehe in Demonstration und Protest Grundpfeiler der demokratischen Kultur an der Uni und in der Gesellschaft. In diesem Fall werden sie aber falsch eingesetzt.» Die gegenwärtige Kampagne sei «inhaltsleer, banal und rückwärtsgewandt», sagte der Professor, dessen eigene Vorlesungen an der Universität Hamburg zuletzt Hörsaalbesetzungen zum Opfer fielen.
ddp/mar

























