Stralsund (ddp-nrd). Die Brauerei Stralsund protestiert gegen den geplanten Freilandversuch von gentechnisch veränderter Gerste im Agrotechnikum Groß Lüsewitz bei Rostock. Durch die unkontrollierte Ausbreitung der weit streuenden Pollen könnten Kulturen benachbarter gentechnikfreier Felder kontaminiert und Verbraucher verunsichert werden, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Offenen Brief von Brauerei-Chef Markus Berberich an Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD).

Die zur norddeutschen Nordmann-Gruppe gehörende Brauerei stellt seit 2007 vier verschiedene Sorten Biobier her. Der Anteil entspricht acht Prozent der gesamten Jahresproduktion von rund 100 000 Hektolitern Bier. Die Rohstoffe dafür werden von Landwirten der Region hergestellt, die nach strengen ökologischen Richtlinien arbeiten.

Berberich forderte Sellering auf, die in Groß Lüsewitz vorgesehenen Tests durch die Universität Gießen zu stoppen. Derzeit sei noch nicht geklärt, wie sich der Verzehr gentechnisch manipulierter Lebensmittel auf die menschliche Gesundheit auswirke. Zudem zeige sich bereits jetzt, dass der Anbau so veränderter Pflanzen zu einem Artenrückgang und zu neuen resistenten «Super-Unkräutern» führe.

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