Brandenburger - Weitere Stasi-Vorwürfe in Brandenburg: Hoffmann hat Akte noch nicht erhalten Gegen den Brandenburger Linkspartei-Abgeordneten Gerd-Rüdiger Hoffmann sind weitere Vorwürfe erhoben worden. Der kulturpolitische Sprecher der Landtagsfraktion soll am 5. Juni 1970 eine handschriftliche Verpflichtungserklärung für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) abgegeben haben, berichtete das Nachrichtenmagazin «Focus» am Freitag vorab.
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Er sei damals Schüler der Erweiterten Oberschule (EOS) in Senftenberg gewesen und habe unter dem Decknamen «IM Schwalbe» über Mitschüler, Lehrer und Kirchenversammlungen berichtet.

Hoffmann sagte am Freitag auf ddp-Anfrage, er habe inzwischen einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Der habe die Stasi-Akte angefordert, doch weder der Anwalt noch er selbst hätten sie bisher einsehen können. Erst danach werde er sich zu den Vorwürfen äußern, sagte Hoffmann.

Schon vor einer Woche hatte das Magazin berichtet, der 57-Jährige sei als Schüler und Angehöriger der DDR-Grenztruppen von 1970 bis 1975 für das MfS tätig gewesen. Hoffmann hatte darauf gesagt, es sei «nicht richtig, dass ich zugegeben hätte, für das Ministerium für Staatssicherheit gearbeitet zu haben».

Die Linksfraktion hatte sich diese Woche hinter Hoffmann gestellt. Die Vorsitzende Kerstin Kaiser sagte, die Fraktion verhalte sich «solidarisch» mit ihrem kulturpolitischen Sprecher. Sie wisse seit 15 Jahren, dass sich Hoffmann als Schüler erfolglos für eine hauptamtliche Tätigkeit beim MfS beworben habe. Zugleich habe Hoffmann versichert, sich nie als IM verpflichtet zu haben.

SPD-Fraktionschef Dietmar Woidke empfahl Hoffmann, «schnellstmöglich für Wahrheit und Klarheit» zu sorgen. CDU-Generalsekretär Dieter Dombrowski forderte Konsequenzen. Die Linke müsse endlich «für klare Verhältnisse sorgen». Entweder Hoffmann lege sein Mandat nieder oder die Fraktion der Linken schließe ihn aus, sagte er.

Auch der Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, forderte Hoffmann zum Mandatsverzicht auf. Die Landtagsfraktion der Linken müsse ihn notfalls ausschließen, falls dieser sein Mandat nicht von sich aus aufgebe.

München/Senftenberg (ddp-lbg)