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Branche - Versicherungen nicht so riskant wie Banken

19.11.09 | 18:41 Uhr

"Darum ist sie eine sehr nützliche Branche

DJ Münchener-Rück-CFO: Versicherungen nicht so riskant wie Banken Von Vladimir Guevarra DOW JONES NEWSWIRES LONDON (Dow Jones) Die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG hat Bedenken zurückgewiesen, wonach die Versicherungswirtschaft für die allgemeine Wirtschaft ein ebenso großes Risiko darstelle wie die Bankenbranche. Die Versicherungsbranche sei eine wichtige Größe in der Realwirtschaft, weil sie die Verteilung von Risiken ermögliche, sagte Finanzvorstand Jörg Schneider am Donnerstag im Interview mit Dow Jones Newswires. "Darum ist sie eine sehr nützliche Branche. So gesehen ist sie systemisch relevant, aber nicht zu vergleichen mit den Großbanken", sagte Schneider. Es sei also von Seiten der Versicherer kein Dominoeffekt oder irgendetwas dieser Art zu befürchten. Andere Versicherer hatten in den vergangenen Monaten ähnlich argumentiert und sich dagegen verwehrt, mit den Banken im Hinblick auf das Risiko in einen Topf geworfen zu werden. Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, hatte am Mittwoch erklärt, große Versicherungskonzerne sollen von der Finanzmarktaufsicht als "systemisch relevant" eingestuft werden. Die traditionelle Auffassung, dass Versicherungen und Pensionsfonds allgemein keine möglichen Quellen für systemische Risiken darstellten, müsse "angezweifelt" werden, so Trichet weiter. Schneider erklärte nun, die meisten Politiker würden die Branche selbst nicht als besonders gefährlich einschätzen. Die Versicherer und Rückversicherer seien zwar Investoren und Geldgeber in vielen Bereich, aber nicht so stark, wie die Banken. Man könne auch keine Lehren aus dem Zusammenbruch des US-Versicher American International Group Inc (AIG) ziehen und daraus übermäßig strenge Regeln für die restliche Branche ableiten. Die Investitionen von AIG in Finanzprodukte und Derivate hätten mehr mit Bankgeschäften gemein gehabt als mit dem traditionellen Versicherungsgeschäft. Die Münchener Rück sei offen für den Zukauf von Versicherungsassets, um ihre Geschäfte zu stärken, so Schneider weiter. Die möglichen Verkäufer seien trotz der Finanzkrise in den vergangenen 18 Monaten jedoch nicht sonderlich unter Druck gewesen. Dies könne sich jedoch bald ändern. Die Europäische Kommission dränge darauf, dass Unternehmen, die massive Staatshilfen erhielten, sich nun von einigen Vermögensteilen trennen. Als Beispiel führte er die niederländische ING Groep NV und die Royal Bank of Scotland Group plc an. Beide müssen auf EU-Druck ihre Versicherungsgeschäfte veräußern. Ob die Münchener Rück aber an den nun zum Verkauf stehenden Teilen interessiert ist, wollte er nicht kommentieren. "Wir schauen uns alles an, aber im Augenblick ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass wir in Kürze große Unternehmen kaufen", sagte der Finanzvorstand. Der Konzern werde außerdem keine überhöhten Preise zahlen. Der weltgrößte Rückversicherer sei auf einem guten Weg, sein Ziel für die Schaden-/Kostenquote von 97% in diesem Jahr zu erreichen. "Die Wintersturmsaison liegt aber noch vor uns, es ist deshalb noch zu früh, 2009 zu feiern", sagte Schneider. Die Schaden-/Kostenquote ist ein Maßstab für das Verhältnis von Prämien zu Schadensersatzansprüchen. Jeder Wert unter 100% bedeutet einen Gewinn im eigentlichen Versicherungsgeschäft. Je niedriger der Wert, desto höher die Profitabilität. Die Münchener Rück werde außerdem ihr Ziel für die Rendite nach Steuern auf risikoadjustiertes Eigenkapital von 15% voraussichtlich erreichen. Im August hatte Schneider angekündigt, das Unternehmen müsse im zweiten Halbjahr einen Nachsteuergewinn von 1,4 Mrd EUR erzielen, um dieses Ziel zu erreichen. Webseite: www.munichre.com -Von Vladimir Guevarra, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 103, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/sha/has Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

(END) Dow Jones Newswires November 19, 2009 12:10 ET (17:10 GMT) Copyright (c) 2009 Dow Jones & Company, Inc.

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