Produktion, Absatz

(Wiederholung vom Wochenende)

24.10.2016 - 05:17:24

WDH/Gasnetze im Osten deutlich teurer - Preise für Endverbraucher fallen

HAMBURG - Die Haushalte in Deutschland können sich insgesamt auf eher sinkende Gaspreise einrichten. Die Bewegungen sind bei weitem nicht so ausgeprägt wie beim Heizöl, dessen Preis sich zeitweise halbiert hatte. Doch die Tendenz zeigt auch beim Gas abwärts.

Die Netzentgelte für Gas - ein wichtiger Bestandteil des Endpreises - werden im bundesweiten Durchschnitt im nächsten Jahr um gut ein Prozent zurückgehen. Das haben die Internet-Portale Check24 und Verivox ermittelt. Für eine Familie sind das fünf Euro im Jahr.

Die Verbraucher in Ostdeutschland müssen für die Gasnetze dagegen rund 42 Prozent mehr aufwenden als im Westen. Am höchsten sind die Kosten in Mecklenburg-Vorpommern, wo ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden im nächsten Jahr 515 Euro für das Netz bezahlen muss.

Danach folgen laut Check24 das Saarland, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen mit Jahresbeträgen von jeweils mehr als 400 Euro. Am günstigsten sind die Netzentgelte in Berlin mit 312 Euro jährlich - gefolgt von Bremen, Bayern und Hamburg.

Die Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns zahlen somit 65 Prozent mehr für die Netze als die Berliner. Die Netzkosten sind in dünn besiedelten Flächenländern tendenziell höher als in Ballungsräumen. Zudem spielen das Alter und der Wartungsaufwand der Netze eine Rolle.

Im nächsten Jahr gehen die Netzentgelte fast überall zurück. Die deutlichsten Rückgänge gibt es im Saarland mit sieben Prozent, aber auch in Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz oder Mecklenburg-Vorpommern ist laut Verivox mit Entlastungen zu rechnen. Teurer wird es dagegen in Berlin und Brandenburg, Schleswig-Holstein oder Sachsen.

"Bundesweit sehen wir leicht sinkende Netzentgelte", sagte Jan Lengerke, Mitglied der Verivox-Geschäftsleitung. "Diese könnten den Trend zu allgemein sinkenden Gaspreisen weiter verstärken." Für das nächste Jahr haben bereits 13 von rund 700 Gasversorgern Preissenkungen von durchschnittlich 7,3 Prozent angekündigt, das wären immerhin rund 100 Euro im Jahr.

Anders als beim Strom werden die Gaspreise nicht vom Staat in die Höhe getrieben. Steuern und Abgaben machen hier nur ein Viertel des Gaspreises aus, bei Strom dagegen mehr als die Hälfte. Der Preis für Erdgas auf den Weltmärkten ist in den vergangenen zweieinhalb Jahren etwas gefallen - und das haben die Verbraucher auch gemerkt. Der Verivox-Gaspreisindex ging seit 2013 um rund 13 Prozent zurück.

Doch erreicht er damit nur ungefähr das Niveau von 2010. Check24 meldet einen leichten Rückgang der Gaspreise um ein Prozent seit Juli 2010. Zum Vergleich: Der Preis für Heizöl ist gegenwärtig um etwa ein Fünftel niedriger als 2010, ist also deutlich stärker gefallen.

Der Abstand zwischen den teuren Gastarifen in der Grundversorgung und günstigeren Alternativtarifen hat sich in diesem Zeitraum vergrößert, berichteten beide Internet-Portale, die darauf ihr Geschäftsmodell gründen. "Aktuell ist die Preisspanne zwischen den Grundversorgern und den Alternativanbietern so groß wie nie - und damit auch die mögliche Ersparnis für den Verbraucher", sagte Oliver Bohr von Check24.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Regierung will ethische Prinzipien für Computer-Autos. Als Grundlage sollen Empfehlungen einer von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eingesetzten Expertenkommission dienen, wie das Kabinett am Mittwoch beschloss. Demnach sollen unter anderem bei Unfällen Personenschäden vermieden und lieber Sachschäden in Kauf genommen werden. Automatisierte Fahrfunktionen seien geboten, wenn sie zu weniger Unfällen führten als bei menschlicher Steuerung. Diesen Leitlinien stimme die Regierung vollumfänglich zu, erläuterte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin. BERLIN - Die Bundesregierung hat sich für ethische Regeln bei der Entwicklung selbstfahrender Autos ausgesprochen. (Boerse, 23.08.2017 - 15:47) weiterlesen...

Siemens dementiert Aus für Gasturbinenwerk Berlin. Solche Gerüchte entbehrten jeder Grundlage, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Wegen des niedrigen Öl- und Gaspreises halten sich die Energiekonzerne mit Investitionen zurück, bei Gasturbinen gibt es Überkapazitäten und einen harten Preiskampf. Vorstandschef Joe Kaeser hatte deshalb vor drei Wochen weitere Anpassungen im Kraftwerksgeschäft angekündigt. MÜNCHEN - Siemens hat Spekulationen über eine Schließung seines Gasturbinenwerks in Berlin scharf zurückgewiesen. (Boerse, 23.08.2017 - 15:42) weiterlesen...

Ministerium: Stickoxid-Werte bleiben in fast 70 Städten zu hoch. Software-Updates für eine bessere Abgasreinigung und Umtauschprämien für ältere Diesel senken nach Berechnungen des Umweltbundesamts (UBA) die Belastung mit gesundheitsschädlichem Stickoxid um bis zu sechs Prozent. Das reiche aber nur in etwa 20 betroffenen Städten, um die Stickoxid-Werte unter die Marke von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittel zu drücken, teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Damit drohen weiterhin Diesel-Fahrverbote. BERLIN - Die Luft in fast 70 deutschen Städten bleibt nach Einschätzung des Bundesumweltministeriums wohl auch nach Umsetzung der beim Dieselgipfel beschlossenen Schritte schmutziger als erlaubt. (Boerse, 23.08.2017 - 15:38) weiterlesen...

Exporte der deutschen Elektroindustrie ziehen an. In den ersten sechs Monaten des Jahres exportierte die Branche Waren im Gesamtwert von 97,5 Milliarden Euro, wie der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) am Mittwoch in Frankfurt/Main mitteilte. Das seien 10,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitrum. Die Branche peile für das Gesamtjahr einen Umsatzrekord an. FRANKFURT - Ein deutliches Exportplus im ersten Halbjahr nährt die Zuversicht der deutschen Elektroindustrie. (Wirtschaft, 23.08.2017 - 15:33) weiterlesen...

Facebook kennzeichnet Nachrichten mit Herausgeber-Logos. So soll die Quelle einer Nachricht, die über die Suchfunktion gefunden wurde, deutlicher hervorgehoben werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Nutzer sollen so besser entscheiden können, welchen Inhalten sie Glauben schenken. Die Anzeige der Logos ist zunächst auf die Auflistung von Nachrichten in den Suchergebnissen beschränkt, soll langfristig aber ausgeweitet werden. BERLIN - Das Soziale Netzwerk Facebook hat damit begonnen, Nachrichten mit dem Logo des jeweiligen Mediums zu kennzeichnen. (Boerse, 23.08.2017 - 15:27) weiterlesen...

Privater Autobahnbetreiber klagt gegen Bund. "Zu den Inhalten wollen wir uns mit Blick auf das laufende Verfahren nicht äußern", teilte das Betreiberkonsortium am Mittwoch mit. Es gebe Meinungsunterschiede mit der öffentlichen Hand, wie die massiven Maut-Einnahmeausfälle durch die Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008/09 fair verteilt werden sollen. PAPENBURG/BERLIN - Die Betreibergesellschaft A1 Mobil für den bereits abgeschlossenen Ausbau der Autobahn zwischen Hamburg und Bremen klagt gegen die Bundesrepublik. (Boerse, 23.08.2017 - 15:22) weiterlesen...