Öl, Gas

PUYO - Mit scharfer Kritik hat einer der engsten Vertrauten von Papst Franziskus die Erdölförderung und die Zunahme der Goldminen im Amazonasgebiet angeprangert.

01.11.2016 - 06:29:24

Papst-Vertrauter geißelt Erdölförderung im Amazonas-Gebiet. Das sorge für "schreckliche Zerstörungen der Umwelt", sagte der brasilianische Kardinal Claudio Hummes der Deutschen Presse-Agentur am Rande eines Kirchentreffens in der ecuadorianischen Stadt Puyo. An dem Interview nahmen auch einige andere deutsche Medien teil. "Die Erdölförderung muss reduziert werden", sagte er. Die Konzerne müssten umsteuern, forderte er.

Alle Länder der Region ständen unter massivem internationalen Druck, ständig wachsen zu müssen. Daher werde auch die Rohstoffausbeutung vorangetrieben. "Das ist ein destruktives Modell, das keine Zukunft hat", sagtd er Kardinal. Hummes ist Vorsitzender des Panamazonischen Kirchennetzwerks (REPAM), das sich als Anwalt der von Vertreibung bedrohten indigenen Völker sieht. In Ecuador sorgt vor allem die Förderung im Yasuní-Nationalpark für massive Kritik, da es eines der sensibelsten Ökosysteme ist.

"Die Erdölförderung muss reduziert werden", sagte Hummes mit Blick auf die beim UN-Gipfel in Paris gefassten Klimaziele. "Das Erdöl hat keine große Zukunft mehr. Die Nutzung muss mehr und mehr verringert werden." Das sei auch einer der Kämpfe der Kirche. Es dürfe nicht sein, dass indigene Gemeinschaften im Amazonasgebiet nicht konsultiert werden. Die Kirche müsse an ihrer Seite stehen, um den Druck auf die Regierungen zu erhöhen. Ihr Land, ihre Rechte seien fundamental für sie, sagte Hummes.

Leitlinie von REPAM sei die Umweltenzyklika "Laudato Si" von Papst Franziskus. "Er führt uns in diesen Herausforderungen." Hummes sagte, er habe in den letzten Monaten 36 Diözesen im Amazonasgebiet besucht. Es gebe enorme Umweltprobleme, auch durch die Abholzung. Das werde durch den Sojaanbau verschärft. Die Kirche dürfe keine Angst haben, Missstände anzuprangern. Fortschritt dürfe nicht auf Kosten irreparabler Umweltzerstörungen gehen.

@ dpa.de

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