Studie, Vermeidbarkeit

Obwohl die Angst vor Sehverlust doppelt so hoch ist wie die Angst vor anderen häufigen mit Diabetes verbundenen Komplikationen (einschließlich Herzkreislauferkrankungen und Schlaganfall), bespricht ein Viertel der befragten Patienten mit Diabetes das Thema Augenkomplikationen nicht mit medizinischem Fachpersonal, während viele erst ärztlichen Rat suchen, wenn Sehkraftprobleme bereits vorhanden sind.1 Dies sind einige der besorgniserregenden Erkenntnisse aus der DR Barometer-Studie, im Rahmen derer das aktuelle Management diabetischer Retinopathie (DR) und des diabetischen Makulaödems (DME) untersucht wird, und die heute dank der einzigartigen Zusammenarbeit von Experten der International Federation on Ageing (IFA), der International Diabetes Federation (IDF), der International Agency for the Prevention of Blindness (IAPB) und der Bayer Pharma AG lanciert wurde.

14.11.2016 - 09:48:52

Neue bahnbrechende Studie belegt Vermeidbarkeit von Sehverlust bei Erwachsenen mit Diabetes

„Diabetische Retinopathie ist in den meisten Industriestaaten eine der Hauptursachen von Blindheit bei Erwachsenen im erwerbstätigen Alter, wobei sich der durch diese Krankheit bedingte Verlust der Sehkraft wesentlich auf die Lebensqualität und Berufsfähigkeit der Betroffenen auswirken kann“, sagte Peter Ackland, Chief Executive Officer, International Agency for the Prevention of Blindness (IAPB). „DR und DME können mit der richtigen Untersuchung und Behandlung erfolgreich gehandhabt werden, jedoch werden viele Menschen mit Diabetes aufgrund von Barrieren im medizinischen Überweisungssystem und Patientenversorgungpfad unnötigerweise dem Risiko des Sehkraftverlusts ausgesetzt.“

Die DR Barometer-Studie unterstrich wesentliche Kapazitätsprobleme beim Zugang zu Augenuntersuchungen, die ein entscheidender Schritt bei der Erkennung und dem Management von DR sind.1 Dieses Problem wird durch die Tatsache belegt, dass sowohl die befragten Augenärzte als auch die Erwachsenen mit Diabetes lange Wartezeiten für Termine als wesentliche Barriere zur Optimierung der Augengesundheit angeben.1 Über die Terminvereinbarung hinaus bestätigt ein Drittel der Befragten mit Diabetes, dass die Kosten der Untersuchung untragbar sein können, während 24 Prozent der Patienten Wartezeiten in der Augenarztpraxis als ein weiteres Problem nannten.1

Die DR Barometer-Studie deckte nicht nur Unzulänglichkeiten im Gesundheitsversorgungssystem auf, sondern einen besorgniserregenden Mangel an Richtlinien für medizinisches Fachpersonal.1 So hat die Hälfte der befragten Anbieter keine schriftlichen Protokolle für die Erkennung und das Management von diabetesbedingten Sehkraftproblemen.1

Die Probleme bei der Kapazität und den Kosten von Untersuchungen zusammen mit der fehlenden Klarheit bei Richtlinien stellen für diese Bevölkerungsgruppe eine unglückliche Verkettung von Umständen dar, jetzt und in der Zukunft, insofern als Menschen mit Diabetes dem Risiko von Verzögerungen bei Diagnose und Behandlung diabetischer Augenerkrankungen ausgesetzt sind. Nahezu zwei Drittel der befragten Augenärzte glaubt, dass eine späte Diagnose die größte Barriere für eine Verbesserung der Situation ist. So berichtet über die Hälfte, dass Menschen mit Diabetes erst dann zum Arzt gehen, wenn Probleme mit der Sehkraft bereits vorliegen, und in vielen Fällen ist es für eine Behandlung schon zu spät.1

„In Bezug auf die alternde Weltbevölkerung durchlaufen wir derzeit eine der wichtigsten demografischen Veränderungen aller Zeiten, während sich die Auswirkungen nicht übertagbarer Krankheiten wie Diabetes rapide verschärfen“, sagte Dr Jane Barratt, Secretary General, International Federation on Ageing. „Die DR Barometer-Studie deckt zahlreiche Barrieren für die rechtzeitige Untersuchung, Diagnose und Behandlung vieler Menschen mit Diabetes auf. Diese Barrieren müssen jetzt in Angriff genommen werden, um die Folgen dieser Krankheiten effektiver handhaben zu können, zumal sich die Risikogruppe vergrößert. Alter, Wohnort und Einkommen von Patienten sollten nicht die definierenden Faktoren sein, wenn es um das Management und die Festlegung der Behandlung von Diabetes oder der damit verbundenen Komplikationen wie diabetische Augenerkrankung geht.“

Neben den detaillierten Forschungserkenntnissen haben die IFA, IAPB und IDF aus der DR Barometer-Studie wichtige auf Beweisen beruhende Empfehlungen abgeleitet, um sich mit der Wissenslücke und den Ungleichheiten beim Zugang zur Gesundheitsversorgung für Menschen mit Diabetes auseinanderzusetzen.

Ein entscheidendes Element für den Erfolg beim Patienten sind regelmäßige, erschwingliche und erhältliche Augenuntersuchungen für Menschen mit Diabetes sowie eine erschwingliche Behandlung im Rahmen eines koordinierten Systems. Nur so können Menschen, die dem Risiko des Sehverlusts ausgesetzt sind, effektiv überwacht und behandelt werden. Die Experten hinter der DR Barometer-Studie fordern zudem wesentlich mehr Aufklärung - für Menschen mit Diabetes sowie für medizinisches Fachpersonal - in Bezug auf die Verhinderung, Erkennung und Behandlung von DR und DME. Gleichermaßen wichtig ist die Bereitstellung von Tools für Menschen mit Diabetes in allen Ländern, um ihre Krankheit effektiv zu managen und Sehverlust von Anfang an zu verhindern.

„Das Thema des Weltdiabetestags in diesem Jahr lautet »Eyes on Diabetes«, was verdeutlicht, wie viel Bedeutung wir der Rolle der Augengesundheit beim Umgang mit Diabetes beimessen“, so Dr David Cavan, MD, Director of Policy & Programmes, International Diabetes Federation. „Die DR Barometer-Studie weist eine Reihe von Schritten auf, die jetzt unternommen werden müssen, um den durch Diabetes bedingten Sehverlust zu verhindern. Wir fordern daher Regierungen auf der ganzen Welt dringend dazu auf, aktuelle Ansätze für diabetische Augenerkrankung auf Verbesserungsmöglichkeiten hin zu überprüfen.“

Weitere Informationen und die vollständigen Ergebnisse der DR Barometer-Studie zum Herunterladen finden Sie unter www.drbarometer.com

Die Ausgangssprache, in der der Originaltext veröffentlicht wird, ist die offizielle und autorisierte Version. Übersetzungen werden zur besseren Verständigung mitgeliefert. Nur die Sprachversion, die im Original veröffentlicht wurde, ist rechtsgültig. Gleichen Sie deshalb Übersetzungen mit der originalen Sprachversion der Veröffentlichung ab.

@ businesswire.com