Innogy, DE000A2AADD2

DÜSSELDORF / HAMBURG - Die Verbraucherzentrale NRW fordert eine klarere Kennzeichnung von Ökostrom im Angebot der Stromversorger.

01.11.2016 - 06:57:24

Verbraucherschützer fordern klarere Kennzeichnung von Ökostrom. Bisher verstehe kaum ein Kunde das Wirrwarr von bunten Tortendiagrammen in der Stromrechnung zur Herkunft des Stroms, sagte der Energieexperte der Verbraucherzentrale, Udo Sieverding, der Deutschen Presse-Agentur.

Die rund 1100 deutschen Stromversorger müssen jedes Jahr bis zum 1. November angeben, aus welchen Quellen ihr Strom stammt. Damit soll umweltbewussten Kunden die Möglichkeit gegeben werden, sich gezielt für Öko-Tarife zu entscheiden. Dies werde durch die teils irreführenden Angaben erschwert, sagte Sieverding. Nach Zahlen der Bundesnetzagentur von 2014 beziehen bereits mehr als 7,4 Millionen Haushalte in Deutschland Ökostrom-Tarife.

Vor allem würden die bundesweiten EEG-Umlagenkosten zur Förderung des Ökostroms von weit mehr als 20 Milliarden Euro im Jahr fiktiv in die Angaben der Versorger hereingerechnet, auch wenn diese de facto kaum Ökostrom für ihr Angebot verwendeten, kritisierte Sieverding. Dadurch seien bis zu 46 Prozent angeblicher Ökostromanteil in den Tarifunterlagen möglich, die durch die Realität teils nicht gedeckt sind. Das könne zur Täuschung der Verbraucher führen. Sieverding sprach von einem "kranken System".

In einer aktuellen Kurzstudie des Hamburg Instituts im Auftrag des Ökostrom-Versorgers Lichtblick wird etwa ein Stadtwerk gezeigt, das tatsächlich nur rund 0,4 Prozent Ökostrom verwendet, in der Bilanz aber 37,3 Prozent "Erneuerbare Energien - gefördert nach dem EEG-Gesetz" ausweist. "Die tatsächliche Beschaffungspolitik eines Stromanbieters wird von der Stromkennzeichnung immer weniger abgebildet", heißt es in der Studie. Lichtblick spricht von "staatlich verordnetem Etikettenschwindel".

Die Studie schlägt eine Rechtsänderung und die Abbildung der EEG-Umlage an anderer Stelle vor. In den Rechnungen der Versorger sollten dagegen nur noch die realen Beschaffungsquellen angegeben werden, um die Kunden nicht zu verwirren.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Heizöl und Kraftstoff teurer: Energiepreise im September gestiegen. Im Vergleich zum August stiegen die Kosten für Strom, Kraftstoff und Heizöl insgesamt um 1,2 Prozent, wie aus dem aktuellen Energiepreis-Monitor der European Climate Foundation (ECF) hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag vorlag. Verglichen mit den Jahren 2012 bis 2014 müssen die Deutschen allerdings immer noch deutlich weniger für Energie bezahlen. BERLIN - Die Energiepreise haben im September so deutlich zugelegt wie bisher in keinem Monat 2017. (Boerse, 17.10.2017 - 05:35) weiterlesen...

GESAMT-ROUNDUP: Frühe Signale lassen 2018 stabile Strompreise erwarten. Die sogenannte Ökostrom-Umlage für Strom aus Windkraft und Sonne wird im nächsten Jahr nach Angaben der Netzbetreiber minimal um 0,088 auf 6,792 Cent pro Kilowattstunde zurückgehen. Gleichzeitig werden auch die Netzentgelte für Strom im bundesweiten Durchschnitt um rund vier Prozent auf 273 Euro für einen Verbrauch von 4000 Kilowattstunden fallen. Das ergab eine Auswertung des Internet-Portals Verivox bei den mehr als 800 Netzbetreibern. BERLIN/HEIDELBERG - Die Strompreise in Deutschland werden im kommenden Jahr mindestens stabil bleiben, in einigen Regionen vielleicht sogar etwas sinken. (Boerse, 16.10.2017 - 15:41) weiterlesen...

Netzentgelte für Strom sinken im Bundesdurchschnitt leicht. Das ergab eine Auswertung des Internet-Portals Verivox bei den mehr als 800 Netzbetreibern, mit der bis zum Montag rund 78 Prozent der Haushalte in Deutschland erfasst wurden. HEIDELBERG - Die Netzentgelte für Strom werden im kommenden Jahr im bundesweiten Durchschnitt um rund vier Prozent auf 273 Euro für einen Verbrauch von 4000 Kilowattstunden zurückgehen. (Boerse, 16.10.2017 - 14:28) weiterlesen...

Ökostrom-Umlage sinkt 2018 leicht auf 6,792 Cent. Zwar sinkt die sogenannte Ökostrom-Umlage für Strom aus Windkraft und Sonne im nächsten Jahr leicht um 0,088 auf 6,792 Cent pro Kilowattstunde, wie die vier Netzbetreiber am Montag mitteilten. Zugleich schlagen aber steigende Netzentgelte zum Ausbau der Stromtrassen zu Buche, so dass Verbraucher weiterhin auf keine spürbaren Entlastungen beim Strompreis hoffen können. BERLIN - Die Energiewende bleibt für Stromkunden teuer. (Wirtschaft, 16.10.2017 - 12:04) weiterlesen...

Netzbetreiber geben Ökostrom-Umlage für 2018 bekannt. Experten rechnen damit, dass der von allen Stromkunden bezahlte Zuschlag auf die Stromrechnung leicht sinken wird - von derzeit 6,88 Cent pro Kilowattstunde auf etwa 6,7 bis 6,8 Cent. BERLIN - Die Betreiber der Stromnetze geben an diesem Montag (10.00 Uhr) die Höhe der EEG-Umlage zur Förderung von Ökostrom in Deutschland bekannt. (Boerse, 16.10.2017 - 05:48) weiterlesen...