Unternehmensmitteilungen

Wien (APA-ots) - Das österreichische BIP wuchs im IV.

08.03.2017 - 09:03:25

APA Konjunktur zieht in Österreich an, Teuerung beschleunigt sich

der Vorperiode um 0,5%. Damit setzte sich der Konjunkturaufschwung in

Österreich fort. Die Auftriebskräfte sind robust und fußten bislang

auf der Binnenwirtschaft. Das Bild der Vorlaufindikatoren verbessert

sich weiterhin und deutet auf ein Anhalten des Konjunkturaufschwunges

im Frühjahr 2017 hin.

Das Wachstum der Weltwirtschaft (G-20-Länder) dürfte im IV.

Quartal 2016 etwas geringer ausgefallen sein als im Vorquartal, vor

allem weil die Wirtschaftsleistung der USA langsamer expandierte. In

der EU wuchs das BIP im IV. Quartal 2016 mit +0,5% anhaltend robust.

Unter den fünf größten Volkswirtschaften wiesen Spanien und

Großbritannien die kräftigste Expansion aus. In den anderen Ländern

verlief die Konjunktur, soweit aktuelle Daten vorhanden sind,

weiterhin robust. Insgesamt fiel daher das weltweite

Wirtschaftswachstum 2016 ähnlich aus wie im Jahr 2015. Die

Weltkonjunktur folgt damit einem stabilen Expansionspfad, wie auch

die Belebung der Industrie und des internationalen Warenhandels

zeigt. Darüber hinaus zogen die Preise auf wichtigen Rohstoffmärkten

an. Das günstige Bild der Vorlaufindikatoren weist überdies auf eine

schrittweise Festigung der Weltkonjunktur hin.

Die österreichische Volkswirtschaft befindet sich in einer

soliden Aufschwungphase. Ihre Hauptstütze ist bisher die lebhafte

Binnennachfrage: Der Konsum der privaten Haushalte stieg auch im IV.

Quartal 2016 kräftig, die öffentlichen Konsumausgaben wurden

ebenfalls ausgeweitet. Auf der Angebotsseite gewann zuletzt vor allem

die Industriekonjunktur wieder an Schwung. Nach der Schwächephase

Mitte 2016 beschleunigte sich die Expansion der Sachgütererzeugung

merklich (IV. Quartal +0,6%, nach 0,4% im III. Quartal). Ebenso

unterstützen die Marktdienstleistungen das Wirtschaftswachstum. Die

Grundtendenz der Konjunktur ist in Österreich weiterhin aufwärts

gerichtet, das Bild der Vorlaufindikatoren weist auf ein Anhalten des

Aufschwunges im Frühjahr 2017 hin.

Im Einklang mit dem Konjunkturaufschwung und dem Anstieg der

Rohstoffpreise beschleunigte sich in Österreich zuletzt der

Preisauftrieb spürbar. Der VPI stieg im Jänner 2017 gegenüber dem

Vorjahr um 2,0% (Dezember +1,4%). Gemäß dem harmonisierten Index lag

der Preisauftrieb mit +2,1% neuerlich deutlich über dem Durchschnitt

des Euro-Raumes (+1,8%) und auch über der deutschen Inflationsrate

(+1,9%). Der kräftige Beschäftigungsanstieg hielt im Februar an, die

Zahl der unselbständig aktiv Beschäftigten erhöhte sich laut

Schätzungen des BMASK im Vormonatsvergleich saisonbereinigt um 5.200

und gegenüber dem Vorjahr um 57.000 oder 1,7%. Die Arbeitslosenquote

betrug im Jänner saisonbereinigt 8,8%.

Zwtl.: Methodische Hinweise und Kurzglossar

Die laufende Konjunkturberichterstattung gehört zu den wichtigsten

Produkten des WIFO. Um die Lesbarkeit zu erleichtern, werden

ausführliche Erläuterungen zu Definitionen und Fachbegriffen nach

Möglichkeit nicht im analytischen Teil gebracht, sondern im

vorliegenden Glossar zusammengefasst.

Periodenvergleiche

Zeitreihenvergleiche gegenüber der Vorperiode, z. B. dem

Vorquartal, werden um jahreszeitlich bedingte Effekte bereinigt. Dies

schließt auch die Effekte ein, die durch eine unterschiedliche Zahl

von Arbeitstagen in der Periode ausgelöst werden (etwa Ostern). Im

Gegensatz zu den an Eurostat gelieferten und auch von Statistik

Austria veröffentlichten "saison- und arbeitstägig bereinigten

Veränderungen" der vierteljährlichen BIP-Daten bereinigt das WIFO

diese zusätzlich um irreguläre Schwankungen. Diese als

Trend-Konjunktur-Komponente bezeichneten Werte weisen einen ruhigeren

Verlauf auf und machen Veränderungen des Konjunkturverlaufes besser

interpretierbar.

Die Formulierung "veränderte sich gegenüber dem Vorjahr . . ."

beschreibt hingegen eine Veränderung gegenüber der gleichen Periode

des Vorjahres und bezieht sich auf unbereinigte Zeitreihen.

Die Analyse der saison- und arbeitstägig bereinigten Entwicklung

liefert genauere Informationen über den aktuellen Konjunkturverlauf

und zeigt Wendepunkte früher an. Die Daten unterliegen allerdings

zusätzlichen Revisionen, da die Saisonbereinigung auf statistischen

Methoden beruht.

Wachstumsüberhang

Der Wachstumsüberhang bezeichnet den Effekt der Dynamik im

unterjährigen Verlauf (in saisonbereinigten Zahlen) des

vorangegangenen Jahres (t0) auf die Veränderungsrate des Folgejahres

(t1). Er ist definiert als die Jahresveränderungsrate des Jahres t1,

wenn das BIP im Jahr t1 auf dem Niveau des IV. Quartals des Jahres t0

(in saisonbereinigten Zahlen) bleibt.

Durchschnittliche Veränderungsraten

Die Zeitangabe bezieht sich auf Anfangs- und Endwert der

Berechnungsperiode: Demnach beinhaltet die durchschnittliche Rate

2005/2010 als 1. Veränderungsrate jene von 2005 auf 2006, als letzte

jene von 2009 auf 2010.

Reale und nominelle Größen

Die ausgewiesenen Werte sind grundsätzlich real, also um

Preiseffekte bereinigt, zu verstehen. Werden Werte nominell

ausgewiesen (z. B. Außenhandelsstatistik), so wird dies eigens

angeführt.

Produzierender Bereich

Diese Abgrenzung schließt die NACE2008-Abschnitte B, C und D

(Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden, Herstellung von Waren,

Energieversorgung) ein und wird hier im internationalen Vergleich

verwendet.

Inflation, VPI und HVPI

Die Inflationsrate misst die Veränderung der Verbraucherpreise

gegenüber dem Vorjahr. Der Verbraucherpreisindex (VPI) ist ein

Maßstab für die nationale Inflation. Der Harmonisierte

Verbraucherpreisindex (HVPI) ist die Grundlage für die vergleichbare

Messung der Inflation in der EU und für die Bewertung der

Preisstabilität innerhalb der Euro-Zone (siehe auch

[http://www.statistik.at/] (http://www.statistik.at/)).

Die Kerninflation als Indikator der Geldpolitik ist nicht

eindeutig definiert. Das WIFO folgt der gängigen Praxis, für die

Kerninflation die Inflationsrate ohne die Gütergruppen unverarbeitete

Nahrungsmittel und Energie zu verwenden. So werden über 87% der im

österreichischen Warenkorb für den Verbraucherpreisindex (VPI 2015)

enthaltenen Güter und Dienstleistungen in die Berechnung der

Kerninflation einbezogen.

WIFO-Konjunkturtest und WIFO-Investitionstest

Der WIFO-Konjunkturtest ist eine monatliche Befragung von rund

1.500 österreichischen Unternehmen zur Einschätzung ihrer aktuellen

und künftigen wirtschaftlichen Lage. Der WIFO-Investitionstest ist

eine halbjährliche Befragung von Unternehmen zu ihrer

Investitionstätigkeit ([http://www.konjunkturtest.at]

(http://www.konjunkturtest.at)). Die Indikatoren sind Salden zwischen

dem Anteil der positiven und jenem der negativen Meldungen an der

Gesamtzahl der befragten Unternehmen.

Arbeitslosenquote

Österreichische Definition: Anteil der zur Arbeitsvermittlung

registrierten Personen am Arbeitskräfteangebot der Unselbständigen.

Das Arbeitskräfteangebot ist die Summe aus Arbeitslosenbestand und

unselbständig Beschäftigten (gemessen in

Standardbeschäftigungsverhältnissen). Datenbasis: Registrierungen bei

AMS und Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.

Definition gemäß ILO und Eurostat: Als arbeitslos gelten Personen,

die nicht erwerbstätig sind und aktiv einen Arbeitsplatz suchen. Als

erwerbstätig zählt, wer in der Referenzwoche mindestens 1 Stunde

selbständig oder unselbständig gearbeitet hat. Personen, die

Kinderbetreuungsgeld beziehen, und Lehrlinge zählen zu den

Erwerbstätigen, nicht hingegen Präsenz- und Zivildiener. Die

Arbeitslosenquote ist der Anteil der Arbeitslosen an allen

Erwerbspersonen (Arbeitslose plus Erwerbstätige). Datenbasis:

Umfragedaten von privaten Haushalten (Mikrozensus).

Begriffe im Zusammenhang mit der österreichischen Definition der

Arbeitslosenquote

Personen in Schulungen: Personen, die sich zum Stichtag in

AMS-Schulungsmaßnahmen befinden. Für die Berechnung der

Arbeitslosenquote wird ihre Zahl weder im Nenner noch im Zähler

berücksichtigt.

Unselbständig aktiv Beschäftigte: Zu den "unselbständig

Beschäftigten" zählen auch Personen mit aufrechtem Dienstverhältnis,

die Kinderbetreuungsgeld beziehen bzw. Präsenzdienst leisten. Zieht

man deren Zahl ab, so erhält man die Zahl der "unselbständig aktiv

Beschäftigten".

Rückfragehinweis:

Rückfragen bitte am Mittwoch, dem 8. März 2017, zwischen 8 und 12 Uhr an Dr. Christian Glocker, Tel. (1) 798 26 01/303, christian.glocker@wifo.ac.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/235/aom

***00

@ dpa.de

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