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Pressemitteilung zur Studie Verlagerung von Wertschöpfung /

11.04.2017 - 11:20:24

vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. / Pressemitteilung ...

Internationalisierung sichert Wettbewerbsfähigkeit am Standort /

Brossardt: "Bayerische Unternehmen trotzen De-Industrialisierungs-

trend"

München - Direktinvestitionen bayerischer Unternehmen im

Ausland haben sich seit 1995 verfünffacht, das inländische

Anlagevermögen stieg nur um das 1,4-fache - das geht aus einer Studie

der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hervor. Deren

Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt erklärt: "Die

Internationalisierung der Wertschöpfungsketten wird sich in Zukunft

beschleunigen. Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit unserer

Unternehmen und sichert Wertschöpfung und Beschäftigung im Inland."

Im internationalen Vergleich steht der Freistaat mit einem

industriellen Wertschöpfungsanteil von über 27 Prozent hervorragend

da, der Durchschnitt über alle Industrieländer liegt nur bei 14

Prozent. "Bayerische Unternehmen trotzen dem

De-Industrialisierungstrend, den wir in vielen Ländern erleben. Damit

das so bleibt, brauchen wir die richtigen Rahmenbedingungen für

Wachstum", betont Brossardt.

Heute beziehen bereits 54 Prozent der bayerischen M+E Unternehmen

Vorleistungen aus dem Ausland. Produktion im Ausland ist aber eine

Frage der Unternehmensgröße. So fertigen 13 Prozent der Unternehmen

mit weniger als 250 Beschäftigten im Ausland, von denen mit mehr

Beschäftigten sind es 57 Prozent. "Knapp die Hälfte dieser

Unternehmen baut zeitgleich die Inlandsproduktion aus", erläutert

Brossardt und fügt hinzu: "Sorge bereitet uns, dass der Anteil im

Ausland aktiver Unternehmen, die die inländische Produktion

einschränken wollen, von zwei auf knapp sieben Prozent gestiegen ist.

Außerdem verändern sich mit steigenden Auslandsaktivitäten die Art

der Investitionen im Inland."

Die Studie zeigt, dass von den Unternehmen mit Auslandsproduktion

nur ein gutes Drittel den Fokus auf den Auf- und Ausbau der Inlands-

produktion legt, zwei Drittel investieren lieber in Erhalt und

Modernisierung. Zudem steigt der Anteil der im Ausland getätigten

Investitionen an den Gesamtinvestitionen in den nächsten fünf Jahren

von 36 auf rund 43 Prozent. "Die Dynamik findet im Ausland statt, das

geht im Inland zulasten der einfachen Tätigkeiten", fasst Brossardt

zusammen und ergänzt: "Rund 41 Euro Arbeitskosten pro Stunde sind bei

aller Standorttreue einfach wettbewerbsfeindlich für unsere

Unternehmen." Die vbw fordert wirtschaftsfreundliche Rahmen-

bedingungen und eine moderate Lohnpolitik zum dauerhaften Erhalt der

heimischen Wettbewerbsfähigkeit.

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