BVE Bundesvereinig. Ernährungsindustrie, Unternehmensmitteilungen

Keine Ernährungssicherheit ohne Ernährungsindustrie - Branche fordert

18.01.2017 - 11:19:24

BVE Bundesvereinig. Ernährungsindustrie / Keine Ernährungssicherheit ...

Unterstützung von Politik und Gesellschaft

Berlin -

"Die Ernährungsindustrie ist ein wesentlicher Stabilitätsfaktor

der ländlichen Räume. Sie ermöglicht außerdem der städtischen

Bevölkerung eine unbegrenzte Anzahl von persönlichen Lebensstilen.

Die Ernährungsindustrie ist damit einer der wichtigsten Säulen einer

modernen, offenen Gesellschaft. Mit Sorge betrachten wir die

politischen und gesellschaftlichen Debatten, in denen dieser Fakt

nicht angemessen berücksichtigt wird. Wenn beispielsweise ein

Grünbuch die Leitlinien für die zukünftige Ernährungspolitik vorgibt,

die Ernährungsindustrie darin aber nicht vorkommt, dann ist das

enttäuschend", kommentiert BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph

Minhoff.

"Es ist lebenswert, gut und wichtig, dass sich der Staat für eine

bessere Ernährungsbildung und wissenschaftsbasierte

Verbraucher-Aufklärung einsetzt, Forschung fördert und eine

ökonomisch wie ökologisch nachhaltige Rohwarenerzeugung unterstützt.

Was jedoch fehlt, ist eine Strategie, um die wesentliche

Wertschöpfung sowie die gut 600.000 Arbeitsplätze in der

Ernährungsindustrie am Standort Deutschland im immer härter werdenden

Wettbewerb zu sichern. Verbraucher und Unternehmen brauchen

verlässliche, nachvollziehbare und maßvolle Rahmenbedingungen, um

verantwortungsbewusst Kauf- oder Investitionsentscheidungen treffen

zu können", so Minhoff weiter.

Ernährungsindustrie zieht positive Bilanz: Steigerung von Umsatz

und Export in 2016

Für das Jahr 2016 zieht die deutsche Ernährungsindustrie eine

positive Bilanz: Nach ersten Schätzungen konnte der Umsatz im

Vorjahresvergleich um 2 Prozent auf 172 Mrd. Euro gesteigert werden.

Dabei handelte es sich vor allem um ein Mengenwachstum, denn durch

die gesunkenen Verkaufspreise fiel hier das Plus von 2,6 Prozent noch

einmal deutlich höher aus. Besonders im Exportgeschäft hatte sich der

Preiswettbewerb 2016 verschärft, den Unternehmen gelang es jedoch,

kaufkräftige neue Märkte - insbesondere in Asien - zu erschließen.

Die Lebensmittelexporte erreichten 2016 ein neues Rekordhoch von

geschätzt 56,6 Mrd. Euro, ein Zuwachs von 3,3 Prozent im Vergleich

zum Vorjahr 2015. Nach zwei Jahren der Stagnation konnte 2016

erstmalig auch wieder ein Umsatzplus im Heimatmarkt Deutschland von

voraussichtlich 1,4 Prozent verbucht werden. Der sich abzeichnende

Konjunkturaufschwung in 2016 wirkte auch positiv auf die

Lebensmittelproduktion, der saison- und kalenderbereinigte

Produktionsindex stieg um 1,4 Prozent. Gleichzeitig konnte die

Beschäftigung um geschätzte 11.000 Arbeitsplätze ausgebaut werden.

Lebensmittelhersteller blicken verhalten optimistisch auf die

wirtschaftliche Entwicklung 2017

Zu einer Konjunkturprognose für 2017 äußern sich Unternehmen der

Ernährungsindustrie in einer aktuellen BVE-Umfrage verhalten

optimistisch. Besser als im Vorjahr fallen für 2017 die

Umsatzerwartungen aus: Sowohl im In- als auch im Auslandsgeschäft

erwarten 60 Prozent der Befragten höhere Umsätze. Dieser Optimismus

überträgt sich jedoch nicht in gleichem Maße auf die Gewinnprognose,

hier erwarten nur 25 Prozent eine Verbesserung. Über die Hälfte der

Umfrageteilnehmer erzielte in den vergangenen drei Jahren nur eine

Renditequote von eins bis zwei Prozent oder weniger. Der Wettbewerb

bleibt hart: 93 Prozent glauben daran, dass Kostensteigerungen nur

bedingt an den Handel weitergereicht werden können. Die Mehrheit geht

davon aus, dass die Verkaufspreise 2017 gleich bleiben. Dennoch wird

die Zahl der Beschäftigten nach Meinung von drei Viertel der

Teilnehmer nicht sinken. Gut 41 Prozent plant sogar mehr

Investitionen als im Vorjahr.

Qualitätsaspekte bei Lebensmitteln für Verbraucher

kaufentscheidend, aber nicht um jeden Preis

Die deutsche Ernährungsindustrie sorgt für Sicherheit, Qualität,

Vielfalt, Bezahlbarkeit und Nachhaltigkeit bei Lebensmitteln. Im

heimischen Ernährungswohlstand sind Genuss und Gesundheit sowie

globale Verantwortung dank einer fortschrittlichen und

wettbewerbsfähigen, aber auch komplexen Lebensmittelproduktion

möglich. Immer häufiger sind Qualitätsaspekte bei Lebensmitteln für

den Verbraucher kaufentscheidend. Die Kunden setzen hier allerdings

ganz individuelle Maßstäbe, der Kauf von Bio- oder Fair

trade-Produkten ist noch lange nicht selbstverständlich. Wichtig

bleiben auch bei hochwertigen Qualitätslebensmitteln vor allem ein

wettbewerbsfähiger Preis und genügend Auswahl. Eine aktuelle

Verbraucherumfrage von PricewaterhouseCoopers (PwC) belegt, dass bei

der Hälfte der Deutschen überwiegend konventionell erzeugte Waren im

Einkaufskorb landen. Nur jeder Siebte kauft mehr Bio- als

konventionelle Produkte. Jeder Fünfte kauft gar keine Bio-Produkte.

Während vom Bio-Kauf vor allem ein gesundheitlicher Vorteil erwartet

wird, begründen die Verbraucher den Griff zu konventionellen

Produkten vor allem mit einem günstigeren Preis und einer größeren

Auswahl. "Die Verbraucher erwarten von Lebensmitteln mehr Qualität

und Nachhaltigkeit, aber zum gleichen Preis", kommentiert Minhoff die

Studienergebnisse.

Informationsbedürfnis der Verbraucher wächst: Kundendialog über

Internet und Social-Media-Kanäle für Unternehmen von immer größerer

Bedeutung

Die Informationsdichte zu Herkunft, Produktionsmethoden und

Nachhaltigkeitsaktivitäten in der Branche nimmt dementsprechend zu.

Lebensmittelhersteller sind daher herausgefordert, nicht nur

nachfragegerechte, sondern auch den Informationsbedürfnissen

entsprechende Produkte zu entwickeln. Die Mehrheit der Unternehmen

erwartet für 2017 ein zunehmendes Informationsbedürfnis der

Verbraucher. Die Unternehmen nehmen die Bedürfnisse der Verbraucher

ernst und treten verstärkt mit ihnen in einen direkten Austausch.

Eine Umfrage von BVE und AFC in der Branche zeigt, dass 90 Prozent

der Unternehmen eine Zunahme der Verbraucheranfragen feststellen.

Eine wichtige Rolle im Kundendialog spielen bereits heute, vor allem

aber auch in der Zukunft das Internet und die Social-Media-Kanäle.

Pro Tag erhalten 51 Prozent der Unternehmen zwischen ein und zehn

Anfragen, 14 Prozent sogar mehr als 50. Knapp 40 Prozent der

Lebensmittelhersteller beantworten Kundenanfragen innerhalb von 24

Stunden, 56 Prozent innerhalb von drei Tagen. Die häufigsten Fragen

erreichen Unternehmen zu Qualitätsunterschieden, Kennzeichnung und

Verpackung. In Zukunft erwartet die Mehrzahl der Unternehmen vermehrt

Fragen zum Thema "Nachhaltigkeit".

"Die Lebensmittelhersteller nehmen die Verbraucherinteressen ernst

und schaffen sowohl in Bezug auf ihre Produkte als auch

Produktprozesse immer mehr Transparenz. Gerade das Thema

Nachhaltigkeit wird in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit bekommen. Die

Ernährungsindustrie leistet hier mit ihrer Transparenzinitiative auch

2017 einen wichtigen Beitrag", so das Fazit Minhoffs.

Für mehr Kommunikation mit dem Verbraucher engagieren sich darüber

hinaus die Spitzenverbände BVE und BLL auch im Rahmen ihrer

Standpräsenz auf der Internationalen Grünen Woche in diesem Jahr.

Unter dem Motto "Dialog Lebensmittel" klären sie Verbraucher

interaktiv über Lebensmittel und ihre Produktionswege auf. Im Fokus

stehen die Themen "Lebensmittelverschwendung" und

"Mindesthaltbarkeitsdatum", zu denen die beiden Verbände

interessierten Verbrauchern Rede und Antwort stehen werden.

Wahljahr 2017: BVE formuliert klare Forderungen an die Politik

Die Unternehmen der Ernährungsindustrie benötigen ein

branchengerechtes Marktumfeld, das Planungssicherheit,

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit fördert. Für einen fairen

Wettbewerb braucht es dabei auch gebildete und selbstverantwortliche

Verbraucher. Die Rahmenbedingungen für Unternehmen und Verbraucher

bestimmt der Gesetzgeber. Angesichts der anstehenden Bundestagswahl

2017 befürchten die Lebensmittelhersteller mehrheitlich einen

zunehmenden Regulierungsdruck auf die Branche. Die BVE hat daher

frühzeitig ihre Forderungen an die Politik formuliert:

Der Ernährungsindustrie muss in Politik und Gesellschaft deutlich

mehr Aufmerksamkeit als Wertschöpfungsfaktor eingeräumt werden. Alle

Politikvorhaben müssen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die

Wettbewerbsfähigkeit der Branche geprüft werden. Maßnahmen, die eine

Konsumlenkung zum Ziel haben, den Verbraucher bevormunden oder den

Unternehmen neue und aufwändige Kennzeichnungs- und

Informationspflichten oder Produktanpassungen ohne erkennbaren

Mehrwert für die Verbraucher auferlegen, lehnt die BVE ab. Gleiches

gilt für Steuer- oder Abgabenerhöhungen bei Lebensmitteln. Den

mittelständischen Strukturen der Branche ist vonseiten der Politik

Rechnung zu tragen. So muss der Wettbewerb insbesondere gegenüber dem

konzentrierten Einzelhandel fair gestaltet, das Auslandsgeschäft als

Ertragsstütze gefördert, die Verfügbarkeit bezahlbarer Energie und

Rohstoffe gesichert und die Innovationsfähigkeit unterstützt werden.

Als drittgrößter Arbeitgeber der gesamten deutschen Industrie sind

die Lebensmittelproduzenten auf qualifizierte Arbeitskräfte

angewiesen. Um ihren Beschäftigten Perspektiven bieten zu können, ist

eine branchengerechte Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik sowie eine

praxisorientierte Bildungspolitik unerlässlich. Schließlich fordert

die Branche eine auf allen Politikebenen kohärente und abgestimmte

Nachhaltigkeitspolitik, die die Unterstützung von freiwilligem

unternehmerischem Engagement und eine verhältnismäßige staatliche

Regulierung im Fokus hat. Viele Unternehmen der Ernährungsindustrie

sind durch ihr freiwilliges Nachhaltigkeitsengagement bereits

Vorbild. Diese Erfolgsbeispiele gilt es gemeinsam mit Politik und

Gesellschaft zu fördern.

OTS: BVE Bundesvereinig. Ernährungsindustrie

newsroom: http://www.presseportal.de/nr/18130

newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_18130.rss2

Pressekontakt:

Laura Busch

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE)

Tel. 030-200 786 152

lbusch@bve-online.de

- Querverweis: Die Konjunkturdaten der Ernährungsindustrie liegen

in der digitalen Pressemappe zum Download vor und sind unter

http://www.presseportal.de/pm/18130/3537834 abrufbar -

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!