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GBC-Vorstandsinterview - artec technologies AG - CEO Thomas Hoffmann

24.04.2017 - 17:02:25

GBC-Vorstandsinterview - artec technologies AG - CEO Thomas Hoffmann. GBC-Vorstandsinterview - artec technologies AG - CEO Thomas Hoffmann

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DGAP-News: GBC AG / Schlagwort(e): Research Update

24.04.2017 / 17:00

Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich.

Vorstandsinterview - artec technologies AG - CEO Thomas Hoffmann

GBC: Sie haben im letzten Jahr viel Entwicklungsaufwand betrieben.

Hoffmann: Richtig, im Jahr 2016 haben wir uns fit für die Zukunft gemacht

und in die technologische und personelle Weiterentwicklung investiert. Mit

Videotechnik in Bereichen Sicherheit und Broadcast sind wir in sehr

spannenden Sektoren aktiv, die stark in Bewegung sind. Terrorgefahr, mobile

Anwendungen, IPTV, künstliche Intelligenz und Cloud sind nur einige Themen

mit denen wir uns befassen. Insgesamt haben wir unsere beiden Plattformen

MULTIEYE für Videosicherheitslösungen sowie XENTAURIX für Media- und

Broadcast-Anwendungen technologisch runderneuert und beispielsweise die

Kompatibilität mit HTML, mobilen Endgeräten und unterschiedlichsten

Analysetools deutlich erweitert. Damit sind wir hervorragend aufgestellt, um

sich bietende Chancen zu nutzen.

GBC: Das Resultat Ihrer Anstrengungen ist unter anderem eine Cloud-Version

der TV-Analyse-Plattform XENTAURIX. Um welche Funktionalitäten wurde die

Plattform erweitert?

Hoffmann: Die XENTAURIX Cloud ist ein höchst komfortables Online TV/Radio

Sendemitschnitt-System, um TV/Radio Sendungen zu dokumentieren, auszuwerten

und nach bestimmten Inhalten zu suchen. Bisher wurde sie primär als

Testanlage fur Neuentwicklungen und Demonstrationssystem für potentielle

Neukunden genutzt. Seit Ende letzten Jahres werden wir spürbar häufiger

kontaktiert, ob die dauerhafte Nutzung der Cloud möglich ist. Darauf haben

wir uns in den vergangenen Monaten eingestellt und die Plattform erweitert.

Dies betrifft zum einen die Leistungsfähigkeit, aber auch die

Zuverlässigkeit im Dauerbetrieb und die Funktionalität. So können Kunden aus

einer Vielzahl von Modulen - von der einfachen Datendokumentation, dem

erstellen von Videoclips, Content Matching bis zur komplexen

Zuschaueranalyse wählen.

GBC: Mit der neuen Cloud-Plattform konnten Sie bereits nach wenigen Wochen

einen bedeutenden Kunden gewinnen. Um was dreht sich der Auftrag speziell?

Hoffmann: Der internationale Medienkonzern wird für die Dokumentation und

Analyse seiner europäischen TV-Sender unsere Cloud-Plattform nutzen. Wir

freuen uns sehr über diesen Auftrag. Er zeigt, dass wir mit unserer

Cloud-Strategie auf dem richtigen Weg sind.

GBC: Welche Vorteile haben Ihre Kunden und Sie von der Cloud?

Hoffmann: Die Cloud ist eine Win-Win-Situation für unsere Kunden und uns.

Für unsere Kunden spielt sicher der Kostenvorteil die zentrale Rolle. Durch

die Anmietung lassen sich lokale Ressourcen für Software, Hardware und

Wartung einsparen. Zudem lassen sich schwerfällige

Investitionsentscheidungsprozesse im Unternehmen vermeiden, da nicht über

hohe Einmalaufwendungen entschieden werden muss. Dieser Faktor ist nicht zu

unterschätzen. Für artec wiederrum entfällt die aufwendige Installation beim

Kunden. Vor Ort sind wir mit unterschiedlichster IT-Infrastruktur

konfrontiert. Unsere hochkomplexen Systeme darauf abzustimmen ist häufig

langwieriger als geplant und bindet personelle Ressourcen. Zudem zeichnet

sich das Cloud-Geschäft durch langfristige Verträge und damit gut planbare

Erlöse aus.

GBC: Steuern die Umsätze die über die Cloud generiert werden einen besseren

Ergebnisanteil bei als die mit Hardware kombinierten Systeme? 2015 haben Sie

schon eine EBIT-Marge von annähernd 20% zeigen können. Sehen Sie hier

mittelfristig noch weiteres Steigerungspotenzial?

Hoffmann: Das Cloud-Geschäft ist deutlich skalierbarer als das

konventionelle Projektgeschäft. Daher wird sich das Umsatzwachstum in diesem

Bereich positiv auf unsere Margen auswirken.

GBC: Für welche Kunden ist die Plattform noch interessant bzw. was sind

denkbare weitere Einsatzmöglichkeiten?

Hoffmann: Grundsätzlich umfasst unsere Cloud-Plattform europäische TV- und

Radio-Sender und ermöglicht in Zukunft die Einbindung analytischer Feedbacks

aus der Welt der Social-Media-Plattformen wie Facebook, YouTube, Instagram

und Twitter. Im Kern der artec-Leistungen werden Technologien vereint, mit

der einerseits Sendeinhalte über Schlüsselwörter gefunden werden,

andererseits wird die Plattform für Wettbewerbsbeobachtung, für Content

Matching und Zuschauerquotenanalyse verwendet. Mit dem Content Matching

Modul können Rechteinhaber, Medienanstalten und Werbeagenturen die

Nutzungsrechte ihre eigenen Inhalte besser überwachen. Auch die

Werbeindustrie profitiert von diesen Diensten, z.B. bei der Analyse von

Werbespots. Neben TV und Radio kann unser System auch Livestreams von

HD-Videokameras aufzeichnen und restreamen. Ich meine Livekameras von

Events, für Panoramaansichten, Videosicherheit oder Verkehrsüberwachung. Die

Analysefähigkeiten werden wir sicher weiter ausbauen und gerade im Bereich

künstliche Intelligenz zur automatisierten Analyse wird sich noch einiges

tun.

GBC: artec technologies betreibt aber auch noch ein zweites Segment, rund um

die Videoanalysesoftware MULTIEYE. Erleben Sie vor dem Hintergrund der

gestiegenen Terrorgefahr der vergangenen Monate auch in Deutschland eine

verstärkte Nachfrage nach Ihren Lösungen?

Hoffmann: Die Nachfrage nach komplexen High-End-Lösungen im

Videosicherheitsbereich ist aktuell so groß wie in den vergangenen 10 Jahren

nicht. Insbesondere das Interesse seitens nationaler und internationaler

Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, die sogenannten BOS,

ist kräftig gestiegen. Auch wenn die Entscheidungsprozesse bei dieser

Kundengruppe komplex sind, haben wir Ende 2016 einen wichtigen neue Kunden

gewinnen können. So hat das Innenministerium eines EU-Mitgliedsstaats bei

artec mobile Videotechnik bestellt. Die Systeme werden von Spezialkräften

eingesetzt und es ist schon eine Folgebestellung eingegangen.

GBC: Zuletzt wurde auch eine Novellierung des Bundesdatenschutzgesetzes

beschlossen, was den Einsatz von Überwachungskameras in öffentlichen Räumen

wie z.B. Fußballstadien oder die Verwendung von automatischen Lesesystemen

für Nummernschilder im Straßenverkehr erleichtern soll. Dafür haben Sie doch

eigentlich genau die richtigen Lösungen, oder?

Hoffmann: Absolut. In diesen Einsatzgebieten spielt der Datenschutz eine

bedeutende Rolle. artec hat als einer der ersten Anbieter ein System zur

Videouberwachung entwickelt, welche die Kriterien des Datenschutzes

berücksichtigt, das Personen oder sich bewegende Objekten unscharf maskiert,

zudem ist der Zugang zum System mehrfach mit Passwörtern geschutzt und die

Aufzeichnung verschlüsselt gespeichert wird. Nur unter zuvor festgelegten

Bedingungen können die Aufzeichnungen entschlüsselt und von autorisierten

Personen eingesehen werden.

GBC: Angesichts der hohen Dynamik im Bereich der Digitalisierung dürften

Ihnen ja in den kommenden Jahren die Ideen für Neu- und Weiterentwicklungen

in Ihren Bereichen nicht ausgehen. Wo wird die Reise technologisch hingehen?

Hoffmann: Die Analysemöglichkeiten von Daten mit Einsatz von künstlicher

Intelligenz werden unseren Markt treiben. Dies betrifft beide Bereiche.

Beispielsweise werden Stammkunden in Supermärkten erkannt, individuell

begrüßt und mit Kaufempfehlungen versorgt. Im Sicherheitsbereich wird die

automatische Auswertung unterschiedlichster Quellen weiter zunehmen.

GBC: Das Jahr 2016 war von Investitionen in die technologische und

personelle Weiterentwicklung von artec geprägt. Werden sich diese in 2017

fortsetzen?

Hoffmann: Im Jahr 2016 haben wir uns technologisch neu aufgestellt. Nun gilt

es im laufenden Jahr Marketing und Vertrieb zu intensivieren, um die Früchte

unserer Entwicklungsarbeit zu ernten. Hier sind wir auf einen guten Weg.

GBC: Sie sind in hochdynamischen Bereichen aktiv. In welchen Größenordnungen

erwarten Sie die Umsatzentwicklung über die kommenden Jahre?

Hoffmann: Wir wollen weiter solide wachsen, stellen jedoch Marge vor Umsatz.

Beispielsweise konzentrieren wir uns im Sicherheitsbereich ganz bewusst auf

der High-End-Segment. Im unteren Segment für Privatkunden und bei einfachen

Unternehmenslösungen werden wir den Preisdruck, insbesondere aus Asien,

nicht mitmachen. artec liefert ausschließlich High-Tech "Made in Germany".

GBC: Die Rentabilität steht also im Vordergrund. 2015 haben Sie schon eine

EBIT-Marge von annähernd 20% zeigen können. Sehen Sie hier mittelfristig

noch weiteres Steigerungspotenzial?

Hoffmann: Mit einem zunehmenden Anteil des Cloud-Geschäfts am Gesamtumsatz

wollen wir unserer Margen weiter erhöhen.

GBC: Sie stehen oftmals mit deutlich größeren Unternehmen im Wettbewerb, wo

sehen Sie Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Hoffmann: Unsere Stärke ist die lückenlose Sammlung von Daten in Form von

Bilder, Texten, Audio oder Metadaten aus unterschiedlichsten Quellen zur

Echtzeitanalyse oder späteren Auswertung. Nur wer lückenlos alle Daten

sammelt und unterschiedlichste Analyseprogramme einsetzen kann, zieht die

richtigen Schlüsse. Gerade die Kompatibilität wird oft unterschätzt. Es gibt

unzählige hervorragende Analyseprogramme, aber Anwender wollen diese in

einem kompatiblen Ökosystem nutzen. Daher war die Weiterentwicklung unserer

Plattform in Sachen Kompatibilität und Benutzerfreundlichkeit einer der

wesentlichen Schwerpunkte unserer technologischen Weiterentwicklung. Dies

wird sich auszahlen.

GBC: Herr Hoffmann, vielen Dank für das Gespräch.

GBC Fazit:

Die artec technologies AG hat sich im Jahr 2016 technologisch nochmals

breiter aufgestellt und die bestehenden Produkte erweitert. Auch personell

hat das Unternehmen nachgezogen und sich damit auch für das zu erwartende

Wachstum der kommenden Jahre gerüstet. Das auch in den kommenden Jahren

zweistellige Wachstumsraten erzielt werden können, halten wir vor dem

Hintergrund der starken technologischen Positionierung für sehr

wahrscheinlich. Die ersten Erfolge sind dabei schon deutlich geworden. Im

Zuge der erwarteten Umsatzausweitung werden auch die Ergebnisse weiter

steigen. Immerhin wurde bereits in der Vergangenheit deutlich, dass sich

artec auf sehr hohen Margenniveaus bewegt. Wir bestätigen vor dem

Hintergrund der jüngsten Entwicklungen unser Kursziel von 8,20 EUR sowie das

Rating KAUFEN. Eine ausführliche Neueinschätzung der artec technologies AG

werden wir im Nachgang der Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2016

vornehmen, was im Mai 2017 zu erwarten ist.

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Offenlegung möglicher Interessenskonflikte nach §34b Abs. 1 WpHG und FinAnV

Beim oben analysierten Unternehmen ist folgender möglicher

Interessenkonflikt gegeben: (4,5a,6a,10,11); Einen Katalog möglicher

Interessenkonflikte finden Sie unter:

http://www.gbc-ag.de/de/Offenlegung.htm

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