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Börsen-Zeitung: Unter ferner liefen, Kommentar zu den wertvollsten

29.12.2016 - 20:43:25

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Unternehmen von Walther Becker

Frankfurt - America first" ist mit Blick auf die

wertvollsten Unternehmen schon lange Realität. Das hat verschiedene

Gründe: die Größe des Binnenmarktes, den Dollar als Leitwährung und

in den vergangenen Jahren den enormen Aufstieg der

Technologiekonzerne in der Gunst der Investoren. Dies sorgt dafür,

dass inzwischen unter den zehn an der Börse schwersten Unternehmen

kein Nichtamerikaner zu finden ist. Nicht einmal die Schweizer Roche

und Nestlé. Allein der Börsenwert von Apple ist seit Jahresmitte um

mehr als 100 Mrd. Dollar auf 625 Mrd. Dollar geklettert.

Allein das Spitzentrio aus Apple, Alphabet (Google) und Microsoft

bringt mit 1,6 Bill. Euro mehr auf die Waage als die 30

Dax-Emittenten mit zusammen knapp 1,1 Bill. Euro. Deutsche Konzerne

rangieren weltweit unter "ferner liefen": SAP, die dieses Jahr Bayer

den Rang als Nummer 1 in Deutschland abgelaufen hat, steht global an

60. Stelle mit einem Marktwert von 102 Mrd. Euro. Im Euroraum sind

allein der Brauereikonzern Anheuser-Busch Inbev (169 Mrd. Euro) und

der französische Ölmulti Total mit 123 Mrd. Euro schwerer. Siemens

belegt weltweit gerade Platz 72, während Erzrivale General Electric

an 10. Stelle steht. Unter die Top 100 schaffen es diesmal immerhin

noch Bayer, BASF und Daimler. Wertvollstes nicht amerikanisches

Unternehmen ist Shell, der Ölkonzern belegt mit einer

Marktkapitalisierung von 226 Mrd. Dollar Platz 15.

Vor acht Jahren sah auch dieses Ranking ganz anders aus: In Zeiten

des Rohstoffbooms lagen ExxonMobil und Petrochina vorne, gefolgt von

Gazprom, Petrobras und China Mobile. Damals hatte hierzulande Eon die

Nase vorne, die mit der Energiewende Gewicht verlor. Amerikaner

profitieren von Preismacht, Einkaufsstärke und Größenvorteilen. Das

schwache Abschneiden Europas liegt strukturell am eher traditionellen

Branchenmix, den Auswirkungen der europäischen Schulden- und

Wirtschaftskrise und am gesunkenen Euro-Kurs. Der Kontinent ist

politisch uneins, driftet wirtschaftlich immer weiter auseinander und

kämpft nach wie vor mit der Staatsschuldenkrise sowie den Problemen

der Finanzinstitute. Die restrukturierten US-Großbanken haben dagegen

längst zu alter Stärke zurückgefunden. Neue Grenzziehungen,

Protektionismus, Abschottung und Nationalismus bergen für

Deutschlands Konzerne große Risiken. Sie sind anders als

US-Schwergewichte auf Export und Globalisierung angewiesen. Die Wahl

von Donald Trump verstärkt den negativen Trend noch.

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