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Börsen-Zeitung: Heiter bis wolkig, Kommentar zur Deutschen Bank von

20.03.2017 - 20:34:24

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Björn Godenrath

Frankfurt - Wenn Anfang April die vierte Kapitalerhöhung der

Deutschen Bank seit 2010 unter Dach und Fach ist, dann hat das

Institut seitdem 30 Mrd. Euro bei den Investoren eingeworben. Um ein

Drittel werden die Aktionäre bei der jüngsten Maßnahme verwässert,

das genehmigte Kapital voll ausgeschöpft, um einen Betrag von 8 Mrd.

Euro zu erreichen. Das Ziel einer Leverage Ratio von 4,5 Prozent hat

die Bank damit aber noch nicht erreicht, weshalb Deutsche-Bank-Chef

John Cryan die Bilanz weiter verkürzt und Altlasten aus dem

Investment Banking abstößt - auch zehn Jahre nach Beginn der

Finanzkrise sind die Aufräumarbeiten noch nicht beendet.

Auf die Notwendigkeit eines weiteren Deleveraging der Bilanz

weisen auch Analysten hin - und können sich nicht den Hinweis

verkneifen, dass nur 20 Prozent der Deutsche-Bank-Geschäfte ihre

Kapitalkosten verdienen. Mehr als 5 Prozent Nettorendite auf das

materielle Eigenkapital wird der Deutschen nicht zugetraut, Cryan

will im eingeschwungenen Zustand bei leicht verbessertem Umfeld 10

Prozent erreichen. Dabei geht der Sanierer Cryan noch mal richtig an

die Kosten ran, sollen diese doch nachhaltig um 4 Mrd. Euro auf 21

Mrd. Euro bis 2021 sinken. 2 Mrd. Euro gehen zunächst mal für die

Restrukturierung drauf. Die Frage ist, ob es Cryan gelingt, die

Erosion der Einnahmen zu stoppen - Analysten prophezeien im Übergang

von 2018 auf 2019 eine heftigen Einbruch beim Zinsüberschuss, was

erzielte Kostenersparnisse nahezu auffressen würde.

Entschieden wird die Schlacht in der neu formierten Corporate &

Investment Bank (CIB). Dorthin hat Cryan seinen besten Mann

abkommandiert, Marcus Schenck soll es an der Schnittstelle zwischen

Unternehmens- und institutionellen Kunden richten. Der stärkere

Corporate-Fokus stellt ein Zurück-zu-den-Wurzeln dar, was in der

integrierten Struktur nun besser mit Leben gefüllt werden kann. Und

auch wenn ein Teil der frischen Eigenmittel zur Deckung der

Postbank-Risikoaktiva dienen muss, so sollte doch genug Raum für

selektives Portfolio-Wachstum in CIB bestehen.

Cryan will jedenfalls den Schalter umlegen und gestützt auf eine

gestärkte Bilanzkraft mehr Geschäft mit bestehenden Kunden machen.

Dieses Vertrauen zurückzugewinnen, daran arbeitet die Deutsche Bank

hart. Allerdings operiert sie dabei als europäisches Institut in

einer Industrie, die sich in strukturellem Niedergang befindet. Von

daher bleibt die Großwetterlage an der Taunusanlage heiter bis

wolkig, auch wenn die Sonne sich öfter mal wieder blicken lässt.

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