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Börsen-Zeitung: Die Maschine läuft, Kommentar zu Daimler von Isabel

12.04.2017 - 20:35:24

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Gomez

Frankfurt - Daimler will ein moderner Konzern sein.

Digitalisierung und Vernetzung stehen im Fokus, die

Organisationsstruktur setzt künftig ganz progressiv auf

Schwarmintelligenz. Aber Daimler ist eben auch ein 134-jähriger, mit

allen Wassern gewaschener alter Hase der Autoindustrie. Und als

solcher war der Konzern bezüglich seiner Jahresprognosen zuletzt

erzkonservativ. Dabei hat Daimler in den ersten drei Monaten 2017 mal

eben 4 Mrd. Euro verdient.

Absatz, Umsatz und operatives Ergebnis sollen 2017 leicht steigen,

hatte Daimler Anfang Februar angekündigt. Das erschien vor dem

Hintergrund des Rekordjahres 2016 und der politischen Fragezeichen

rund um den Brexit, die protektionistischen Tendenzen in den USA und

riskante Märkte wie die Türkei logisch. Weil sich die Vorstände aber

gleichzeitig sehr zuversichtlich für sämtliche Absatzregionen und die

internen Pläne zur Effizienzsteigerung geäußert hatten, wurde die

Prognose von Analysten und Investoren skeptisch aufgenommen.

Das war auch im Vorjahr so - allerdings in genau die andere

Richtung. Für 2016 hatte Daimler ebenfalls nur leichtes Wachstum

angekündigt. Wie sich im Nachhinein herausstellte, war das klug, denn

noch vor Ablauf des ersten Halbjahres kassierte die Lkw-Sparte ihre

Ziele.

Dass es 2017 wieder so läuft, ist unwahrscheinlich. Das Plus im

ersten Quartal ist nicht nur auf Sondereffekte von fast 700 Mill.

Euro zurückzuführen. Auch um sie bereinigt übertraf das Ebit die

Erwartungen. Denn seit Jahresbeginn haben sich die Absatzmärkte für

Premiumfahrzeuge besser entwickelt, als weithin erwartet worden war.

Das zeigen die gestiegenen Verkaufszahlen von BMW und Porsche.

In China legte Mercedes um 37 Prozent zu, BMW 12,4 Prozent. Dort

haben die Stuttgarter BMW mittlerweile bei den absoluten

Verkaufszahlen überholt. Lange wurde das Daimler-Momentum im

weltgrößten Automarkt vor allem auf den Nachholeffekt zurückgeführt.

2016 ging der Konzern davon aus, dass die zweite Jahreshälfte besser

als die erste werden würde. Wissend, dass das Pkw-Geschäft bis Ende

Juni 2016 von hohen Anlaufkosten belastet werden würde. Für 2017

fehlt dieser Zusatz.

Doch selbst wenn das operative Geschäft auf diesem Niveau nur

stabil bleibt - und Belastungen aus dem Lkw-Kartell oder den

laufenden Ermittlungen in Sachen Abgas ausbleiben - ist eine

Prognoseanhebung wahrscheinlich. Das ist für Mitarbeiter und

Aktionäre erfreulich, denn es zeigt, dass Daimler die für

Zukunftsinvestitionen benötigten Mittel aus einem starken

Kerngeschäft stemmen kann.

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