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Börsen-Zeitung: Absatzkrise abgehakt, Kommentar zum Automarkt von

19.04.2017 - 20:49:24

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Peter Olsen

Frankfurt - Die Autobauer in Europa können sich freuen. Mit

diesem März haben sie endlich den dramatischen Absatzknick von 2009 -

zumindest für einen Monat - nicht nur ausgebügelt, sondern mit 1,8

Millionen Verkäufen fabrikneuer Pkw sogar einen Rekord für den

Frühlingsmonat hingelegt. In Westeuropa schnellten die Verkaufszahlen

damit um über 10% empor. Entsprechend zählten Autowerte am Mittwoch

zu den Gewinnern an den Aktienmärkten.

Natürlich trug das in diesem Jahr späte Osterfest kräftig zu

diesem Boom bei, hatten die Autohändler doch im März zwei Tage mehr

Zeit, die blitzenden Karossen an den Käufer zu bringen. Insoweit ist

das Ergebnis positiv überzeichnet. Dennoch spiegelt die überraschend

gute Autokonjunktur auch die offenbar europaweit freundliche

Verbraucherstimmung wider, die zu Fahrzeug-Neuanschaffungen beiträgt.

Ohne die zugleich von vielen Herstellern erneuerten attraktiven

Modellpaletten wäre aber der steile Anstieg auch nicht möglich

gewesen.

Viele Faktoren haben also zu dem überraschend guten Start ins

Autojahr 2017 beigetragen, von den teils üppigen Verkaufsanreizen

einmal ganz abgesehen. Für die Branche ist diese positive Entwicklung

auch deshalb so wichtig, weil sich viele wegen der politischen

Unwägbarkeiten nach dem Brexit-Votum 2016 und den anstehenden Wahlen

in Frankreich und Deutschland über eine mögliche Verunsicherung der

Konsumenten Gedanken gemacht haben. Stand jetzt waren diese

Besorgnisse überzogen. Eine Garantie für ein anhaltend starkes

Wachstum in Europa im Gesamtjahr ist der bisherige Absatzerfolg aber

dennoch nicht, gilt der Markt in Europa doch als weitgehend

gesättigt.

Aber vor dem Hintergrund stark sinkender Anteile von

Dieselfahrzeugen an den Neuzulassungen als Folge der VW-Abgasaffäre

erstaunt die Robustheit der Nachfrage für neue Pkw doch. Und die

Stärke des reifen Marktes Europa als Stütze der automobilen

Konjunktur gewinnt noch an Bedeutung, wenn man in Betracht zieht,

dass der tief gespaltene US-Automarkt in diesem Jahr bisher hinter

den Vorjahreswerten zurückbleibt und am weltgrößten Absatzmarkt China

das Wachstum zuletzt deutlich an Tempo eingebüßt hat. Für den um die

US-Autobauer so besorgten Präsidenten Donald Trump bietet Europa ein

gemischtes Bild. Ford steigerte den Absatz mit Fahrzeugen aus

europäischer Produktion im März um 16%, während die Noch-GM-Tochter

Opel nur unterdurchschnittlich um 2,4% wuchs. Chevrolet gab dagegen

um 39% Gas - auf europaweit bescheidene 235 Einheiten. Da geht noch

was!

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